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Brandenburg Angeln als Entertainment
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22:37 03.05.2015
Prächtiger Fang im Netz: Die YouTube-Serie „Ich geh’ angeln“ zeigt auf unterhaltsame Weise, wo die Fische am besten beißen. Quelle: Privat
Berlin/Lindow

Auf YouTube ist Victor Eras ein Star: Seit knapp zwei Jahren lässt sich der Berliner von seinem Kumpel Konrad Wolff bei Angeltouren mit einem Ko-Protagonisten aus der Angelszene filmen. Das Videomaterial schneidet Victor Eras zu zehn- bis 20-minütigen Episoden zusammen, unterlegt sie mit Musik und stellt sie ins Netz. So sind mittlerweile 21 Doku-Soaps auf dem Youtube-Kanal „Ich geh’ angeln“ entstanden. Mit lockeren und witzigen Dialogen vermittelt Eras, dessen Markenzeichen seine schwarze Cap mit Berlin-Schriftzügen ist, seinen Zuschauern den Spaß am Angeln. Zudem gibt er praktische Tipps.

Die Begeisterung für das Angeln entwickelte Victor Eras im Alter von zwölf Jahren – obwohl er keine Angler in der Familie hat. Das war für ihn damals ein Problem: Der Jugendliche wollte Fische fangen, hatte aber keine Ahnung, wie er es anstellen sollte. „Ich habe es mit selbst gebauten Angeln probiert, aber das hat natürlich nicht funktioniert“, erinnert er sich. Da haben es unerfahrene Angler heute leichter. „Per Mausklick kann man auf Youtube alles lernen, was man wissen will“, sagt er. Er selbst trat mit 14 Jahren in die Jugendgruppe des Deutschen Anglerverbands (DAV) ein, um Techniken zu erlernen. Weil es schon unzählige Angel-Tipps auf YouTube gibt, wollte Victor Eras ergänzend ein unterhaltsames Format anbieten. „Angeln hat ein langweiliges Image – die Leute denken, man sitzt da und wartet auf einen Fisch“, sagt der 33-Jährige. Ein Entertainment-Format, das dieses Image widerlegt, gab es vor zwei Jahren noch nicht. So entstand die Idee des selbstständigen Angelguides und Volleyballtrainers des SV Lindow/Gransee, der sich nach dem Studium gegen eine Laufbahn als Lehrer an der Schule entschied.

YouTube-Star Victor Eras (rechts) mit Fang und Fans . Quelle: Privat

Situationskomik in Lindow

Die einzelnen „Ich geh’ angeln“-Folgen thematisieren nicht nur das Angeln und Fische, sondern zeigen auch witzige Begebenheiten. In Folge 20, die den Titel „Angeln auf Groß-Barsch. Fang den Kapitalen“ trägt, wollen Victor Eras und sein Ko-Protagonist Daniel – ein Berliner Angelladenbesitzer – Barsche im Lindower See (Ostprignitz-Ruppin) fangen. Auf dem Hinweg landen sie zufällig im Lindower Karnevalsumzug. Eine Frau ist neugierig. Sie fragt die jungen Männer vor laufender Kamera, woher sie kommen. Als Daniel, der ursprünglich aus Simbabwe stammt, mit englischem Akzent von seiner Herkunft erzählt, entsteht eine Situationskomik: „Ja, hier wollen sie ja auch viele unterbringen, in Schulen und so“, sagt die Lindowerin und meint damit die kommunale Flüchtlingsunterbringung. „Na siehste Daniel, da kriegst du hier ja sogar noch ein neues Zuhause angeboten“, sagt Eras, der sein Lachen kaum unterdrücken kann. Ein bisschen schunkeln die beiden noch zur Karnevalsmusik und bekommen von einem Lindower Angler den Tipp, dass es im See auch Hechte gibt.

„Superentertainment. Wir sind noch nicht einmal im Wasser und es ist schon viel passiert“, sagt Daniel sichtlich amüsiert. Dann stechen sie mit ihrem Boot in See – wobei nie der genaue Ort zu erkennen ist. „Ein Angler verrät seine Spots nicht“, erklärt Victor Eras. Bis zum Ende der Folge fangen Eras und Daniel einen 90 Zentimeter langen Hecht und einen Barsch: „Ist das geil oder ist das geil?!“, kommentiert Eras den Fang im Video – ein typischer Ton in seinen Filmen.

YouTube-Star Victor Eras angelt gerne in der Mark. Quelle: Konrad Wolff

Das beliebteste Video hat 130.000 Klicks

Die YouTube-Nutzer sind begeistert. „Weiter so“, „Hammer Clip“ oder „Ich liebe deine Videos“ lauten einige der vielen Kommentare. Das beliebteste Video hat knapp 130.000 Klicks. Etwa 15.000 Nutzer haben den YouTube-Kanal abonniert, auf Facebook hat die Sendung 4181 Fans – es werden täglich mehr. Mit einem selbstgedrehten Video können sich Fans bei Victor Eras als Ko-Protagonist bewerben, etwa eine Folge pro Jahr wird mit Fans produziert.

Viele der unterhaltsamen Folgen spielen an weiteren Brandenburger Gewässern – dort ist Victor Eras besonders gern mit der Angel unterwegs. In Brandenburg könne man so gut wie alle Süßwasserfische angeln. „Es gibt sogar Forellenbäche, das wissen viele gar nicht.“ Der nächste Dreh im Mai ist ebenfalls an einem märkischen Gewässer geplant. Im Juni soll es an einem noch geheimen Ort in Brandenburg ein großes YouTuber-Treffen geben, an dem sie mit Sponsoren angeln gehen. „In der Angelbranche wird das ein richtig großes Ding“, ist sich Eras sicher.

MAZ-Aktion „Fisch des Jahres 2015“

Fisch des Jahres 2015“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Märkischen Allgemeinen, des Landesanglerverbands und des Angelfachgeschäfts Angeljoe in Potsdam, Neuruppin und Berlin.

Es geht um die längsten gefangenen Fische in 19 Kategorien von Aal bis Zander. Dabei gibt es eine Sonderkategorie: deutsche Ostsee und Boddengewässer. Die von dort gemeldeten Fische müssen von Brandenburger Anglern gefangen worden sein. Bitte beachten Sie die bestehenden Schonzeiten. Fänge möglichst aktuell melden, so können wir unser monatliches Ranking erstellen.

Die Gewinner können sich auf attraktive Preise und ein Grillfest mit Angeln im Frühjahr 2016 freuen. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern Gutscheine für hochwertige Angelausrüstungen.

Gewertet werden spektakuläre Fänge bis 31. Dezember 2015. Wer teilnehmen möchte, sollte Namen, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie den Namen eines Zeugen einsenden. Erforderlich ist ein Foto mit Zollstock neben dem Fisch. Gewertet werden Fische aus Brandenburger Gewässern. Senden Sie Ihre Fotos bitte an folgende Adresse:

MAZ – „Fisch des Jahres

Friedrich-Engels-Straße 24
14473 Potsdam

oder

fischdesjahres@MAZ-online.de

Von Anja Meyer

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