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Angler mit Leidenschaft und Schuppe

Kapitaler Graskarpfen aus dem Premnitzer Stadtsee Angler mit Leidenschaft und Schuppe

Eine Karpfenschuppe in der Geldbörse erinnert den Premnitzer Angler Uwe Mielke an seinen bisher größten Fang. Am 10. Juni zog er einen 10,2 Kilogramm schweren Graskarpfen aus dem Wasser. Mit diesem Fang beteiligt er sich an der MAZ-Aktion „Fisch des Jahres 2015“.

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Uwe Mielke beim Feederangeln an der Havel in Premnitz.

Quelle: Norbert Stein

Premnitz. Uwe Mielke hat seit einigen Wochen eine Schuppe in seinem Geldbeutel. „Soll bekanntlich Glück bringen“, sagt der 55-jährige Angler und blinzelt auf die Havel in Premnitz. Die Schuppe ist eine Erinnerung an seinen bisher größten Fang, mit dem er sich an der MAZ-Aktion „Fisch des Jahres 2015“ beteiligt. Am 10. Juni hat Uwe Mielke beim Angeln im Premnitzer Stadtsee einen kapitalen Graskarpfen aus dem Wasser geholt. Nach etwa 20 Minuten hatte der Angler den Kampf mit dem Fisch für sich entschieden. Der 10,2 Kilogramm schwere und 89 Zentimeter lange Graskarpfen war sicher im Kescher und der Angler glücklich, aber auch etwas geschafft.

Einen Zander von fünf Kilogramm und einem Hecht von stattlichen 7,5 Kilogramm habe er auch schon gefangen, erzählt Mielke, während er am Havelufer sein Angelzubehör auspackt. „Jeder Tag ist ein Angeltag, aber nicht jeder Tag ist ein guter Fangtag“, sagt er, während er sich eine Regenjacke überzieht. Mielke spürt die Regentropfen, die von einer Pappel auf seinen mit einer Mütze bedeckten Kopf tropfen. Der Himmel ist wolkenverhangen und es regnet weiter. „Ist nicht zu ändern“, sagt er und erinnert an seine Worte: „Jeder Tag ist ein Angeltag.“

Seine Vorbereitungen sind trotz Regens akribisch. Er geht zum Ufer und steckt den Rutenhalter in den Sand. Dann steckt er seine Feederrute zusammen. Es ist eine Wurfrute mit Rolle und einer sehr feinen austauschbaren Spitze aus Kunststoff, die mit Glas- und Kohlenstofffasern verstärkt ist und dem Angler als Bissanzeige dient. Auf der Rolle ist keine Sehne gewickelt, sondern fein geflochtene Schnur, an der Mielke einen Futterkorb befestigt. Den Futterkorb füllt er mit handelsüblichem Fischfutter mit Karamellduft. Mit der Angel wirft er die Schur bis etwa zur Mitte der Havel aus und zieht dann ein Stück Fahrradschlauch über die Rolle. „Um immer die gleiche Weite zu werfen“, erläutert der Angler. Man müsse den Fischen den Köder immer an derselben Stelle servieren, wie ein Kellner in einem Lokal seinen Gästen das Essen.

Dazu muss Mielke noch an der Schnur ein Vorfach und den Angelhaken befestigen. Auf den Haken zieht er fünf Maden als Köder und füllt den Fangkorb wieder mit Futter als Lockmittel für die Fische.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Mielke wirft den Köder aus und legt die Rute in den Halter, setzt sich auf einen Hocker und erzählt, dass er sieben Jahre alt war als ihn sein Onkel das erste Mal mitgenommen hat zum Angeln an die Havel, in Bützer, wo er aufgewachsen ist. Seit 1971 ist er Mitglied im Sportfischerverein Premnitz. Seinem Hobby frönt er zumeist im Kahn oder am Ufer der Havel und meist an den Wochenenden. Angeln sei für ihn Ausgleich und Erholung in der Natur, plaudert der Mann, der von Beruf Dreher ist. „Jetzt, ein Biss“, unterbricht er und zeigt auf die sich bewegende Rutenspitze. Er wartet noch ein wenig, bevor er anzieht. „Der sitzt“, sagt er und angelt eine Plötze. Der Regen lässt nach und die Fische beißen gut. Als Nächstes holt er eine etwa ein Kilogramm schwere Brasse aus dem Wasser. Eine Muschel hat er auch am Haken. Er angelt weiter und fängt Güstern und Plötzen. Die Fische setzt er wieder ins Wasser. Einen Schlei hätte er gerne gefangen und mit nach Hause genommen. Doch die Schleie beißen nicht an. „Schlei in Blau“, von seiner Frau Verena zubereitet – das schmeckt ihm besser als „Karpfen in Blau“. Nach zwei Stunden packt Mielke sein Angelzeug wieder zusammen.

In der Freizeit fährt er auch an die Ostsee und die Nordsee, wo er sich auch an einem Wissenschaftsprojekt zum Meeresangeln beteiligt. Der Premnitzer angelt auch nach Forellen, Steinbeißer und Dorsch – einmal sogar am Nordkap. Er kann aber auch ganz anders: Mit seiner Frau im Angelkahn auf die Havel, ein Buch lesen und einfach nur den Tag genießen – ohne zu angeln.

Von Norbert Stein

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