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Angst um Arbeitsplatz macht Brandenburger krank

Gesundheit in Brandenburg Angst um Arbeitsplatz macht Brandenburger krank

Beschäftigte mit befristeter Anstellung oder in Leiharbeit leiden stärker unter psychischen Erkrankungen als Festangestellte. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse Berlin-Brandenburg hervor. Sozialministerin Diana Golze (Linke) warnte davor, Gefährdungen durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu unterschätzen. Hier seien Arbeitgeber gefordert, sagte Golze.

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Die Krankenstände in Brandenburg wegen psychischer Störungen

Cottbus. Beschäftigte mit einer befristeten Anstellung oder in Leiharbeit leiden stärker unter psychischen Erkrankungen als Arbeitnehmer. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse hervor, der am Freitag in Cottbus vorstellt wurde. Danach liegen die Krankenstände von befristet Beschäftigten um 30 Prozent höher als Arbeitnehmer mit unbefristeten Verträgen. Ein Leiharbeit seien wegen psychischer Erkrankungen im Jahr 2015 rund 60 Prozent mehr Tage im Krankenhaus gewesen als ein Kollege der Stammbelegschaft.

Die Geschäftsführerin der Barmer Berlin-Brandenburg, Gabriela Leyh, sagte, gesellschaftliche Faktoren wie Arbeitsplatzunsicherheit würde die Gesundheit der Menschen massiv beeinflussen. Gerade in Brandenburg seien Arbeitnehmer häufiger und länger krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Dem Bericht zufolge waren in Brandenburg im vergangenen Jahr von 100 Beschäftigten 3,5 wegen psychischen Belastungen krankgeschrieben.

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) sagte, die Zahlen zeigten einmal mehr, wie wichtig „gute Arbeit“ sei. Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch immer viel zu viele Beschäftigte gibt, deren Arbeitsbedingungen und Entlohnung weit von guten und sicheren Jobs entfernt seien. „Gefährdungen durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz dürfen nicht unterschätzt oder sogar verharmlost werden“, sagte die Ministerin der MAZ. Hier seien die Arbeitgeber gefordert. Diese könnten der Entwicklung durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Gesundheitsförderung wirkungsvoll gegensteuern. Das Land unterstütze vielfältige Initiativen wie die Umsetzung eines Arbeitsprogramms Psyche im Rahmen der Deutschen Arbeitsschutzstrategie, betonte Golze.

Der Krankenstand in Brandenburg insgesamt lag im vergangenen Jahr bei 5,85 Prozent. Der Bundesschnitt liegt bei 4,8 Prozent. 21,3 Tage sei ein Arbeitnehmer in Brandenburg im vergangenen Jahr im Durchschnitt krankgeschrieben. Laut Gesundheitsreport dauerte eine Krankschreibung je Versichertem nur in Mecklenburg-Vorpommern mit 21,6 Tagen länger.

Von Igor Göldner

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