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Brandenburg „Angstmache“ der märkischen Ärzte-Chefs
Brandenburg „Angstmache“ der märkischen Ärzte-Chefs
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21:15 27.08.2015
Sozialministerin Diana Golze (Linke). Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Der Streit um die medizinische Betreuung von Asylbewerbern geht in eine neue Runde. Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) wies Verwürfe der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburgs (KV) zurück. Mit seiner Behauptung, die medizinische Versorgung laufe chaotisch und die Ärzte in Eisenhüttenstadt seien überfordert, schüre KV-Chef Hans-Joachim Helming Angst, sagte Golze. „Vor dem Hintergrund brennender Turnhallen“ sei es verantwortungslos, mit falschen Behauptungen Vorbehalte zu schüren.

Tuberkulose-Fälle sollen durchgerutscht sein

Helming hatte am Mittwoch erklärt, dass bei Gesundheitschecks in der Zentralen Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt Fälle von Tuberkulose „durchgerutscht“ seien. Zudem hätten niedergelassene Ärzte, die Flüchtlinge weiterbehandeln, häufig keine Kenntnisse über Vorerkrankungen, weil die Patientendokumentation fehle.

Wie Golze sagte, würden Asylbewerber gut versorgt und stellten kein gesundheitliches Risiko dar. Im zuständigen Krankenhaus Eisenhüttenstadt könnten täglich bis zu 150 Asylbewerber erstuntersucht werden, monatlich 3000. Rund 20 Ärzte seien im Wechsel tätig, laut Golze eine ausreichende Zahl. Untersuchungen auf Tbc erfolgten mittels Röntgenaufnahme der Lunge oder Labordiagnostik. „Es wird kein Asylsuchender weiterverlegt, bei dem nicht eine Untersuchung zum Ausschluss einer Tuberkulose erfolgt ist“, so Matthias Kretzschmar, Chefarzt für Innere Medizin am Krankenhaus Eisenhüttenstadt.

Patientendokumentationen vorhanden

Laut Ministerium meldete der Kreis Oder-Spree, zu dem die Einsenhüttenstädter Aufnahmestelle gehört, bis jetzt 24 Tbc-Fälle. Im ganzen Jahr 2014 waren es 23. Im Land Brandenburg sind es aktuell 94 (2014: 117). Bei Asylbewerbern diagnostiziere das Krankenhaus gelegentlich auch Masern und Windpocken. Infektionskrankheiten würden dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Golzes Haus wies auch den Vorwurf zurück, es gebe keine Patientendokumentation. Die Befunde würden den Asylsuchenden im verschlossenen Umschlag mitgegeben.

Von Volkmar Krause

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