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Brandenburg Anklage gegen Todesschützen vom Maisfeld
Brandenburg Anklage gegen Todesschützen vom Maisfeld
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06:40 26.09.2016
Polizei am Tatort im Maisfeld. Quelle: Wegener/Häfner
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Potsdam

Ein Jahr nach dem tödlichen Schuss eines Jägers auf ein Paar in einem Maisfeld bei Tietzow (Havelland) gibt es jetzt eine Anklage gegen den Schützen. Dem Jäger Alexander R. (31) wirft die Staatsanwaltschaft Potsdam fahrlässige Tötung eines 31 Jahre alten Mannes aus Klein Behnitz (Havelland) und der fahrlässige Körperverletzung an dessen polnischer Begleiterin (24) vor. Nach Angaben des Nauener Amtsgerichtsdirektors Dieter Neumann hat das Gericht noch nicht über die Zulassung der Anklage entschieden. Deswegen ist noch unklar, wann der Prozess stattfinden soll.

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Donnerstag, 10. September: Drama in Nauen – ein Mann ist am Mittwochabend Opfer einer tragischen Verwechslung geworden. Ein 30-jähriger Jäger hatte auf ihn und seine 23-jährige Freundin geschossen, die sich in einem Feld niedergelassen hatten. Der Jäger hatte das Pärchen für ein Tier gehalten. Durch den Schuss starb der Mann, die Frau wurde schwer verletzt.

Vorsatz wird ausgeschlossen

Eine vorsätzliche Tat könne ausgeschlossen werden, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange. Für Fälle fahrlässiger Tötung sieht das Strafrecht Höchststrafen von fünf Jahren vor. Weil nach Auffassung der Staatsanwaltschaft das Strafmaß in diesem Fall vier Jahre nicht überschreiten dürfte, ist die Sache vor der niedrigsten Gerichtsinstanz und nicht vor dem für die meisten Tötungsdelikte zuständigen Landgericht angeklagt.

– Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Drama

Jäger soll abgedrückt haben, ohne etwas zu sehen

Der Unglücksschütze hatte am 9. September 2015 abends um 20 Uhr von einem Hochsitz aus angelegt, als er ein Rascheln im Mais hörte. Dieses Verhalten würde einen groben Verstoß gegen waidmännische Gesetze darstellen, weil Jäger immer erst erkennen müssen, was sie vor der Flinte haben, bevor sie abdrücken. Der in Klein Behnitz als Fußballer geschätzte und bekannte Norman G. erlitt durch die aus mehr als hundert Metern abgefeuerte Kugel tödliche Verletzungen, seine Begleiterin einen Splitterbruch im Oberarm.

– Bewegende Aktion für verstorbenen Fußballer

Ermittlungen im Fall des Maishäckslers eingestellt

Im Fall eines weiteren schweren Jagdunfalls, bei dem ein 81 Jahre alter Jäger lebensbedrohliche Verletzungen davon trug, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Am 5. Oktober 2015 hatte der Fahrer eines Maishäckslers auf einem Feld bei Paulinenaue (Havelland) einen Waidmann erfasst, der sich offenbar im Feld aufgehalten hatte, um Wild aufzuspüren. „Der Fahrer der Maschine hatte keine Möglichkeit, den Jäger zu erkennen“, sagt Christoph Lange, der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft. Der Landwirt trage keine Schuld an dem Unglück. Deshalb werde der Fall keine strafrechtlichen Konsequenzen haben.

Unklar ist weiterhin, warum der Jäger sich nicht entfernte, als die mehrere hundert PS starke Maschine sich näherte. Auf einem Jagdstuhl soll der Jäger 30 Meter weit im Feld gesessen haben, als ihn die Maschine mit ihrem Schneidwerk erfasste und zwischen die Klingen zog. Erst als das Schneidwerk auf Hartes stieß – vermutlich das Gewehr – schaltete es sich aus.

Von Ulrich Wangemann

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