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Brandenburg Armut ist ein Dickmacher für Kinder
Brandenburg Armut ist ein Dickmacher für Kinder
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07:45 21.04.2016
Immer häufiger sind Schulkinder in Brandenburg übergewichtig. Quelle: dpa
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Potsdam

Chronische Krankheiten, Übergewicht und Bewegungsstörungen: Kindern aus ärmeren Familien sind häufiger gesundheitlich beeinträchtigt. Das geht aus Daten der Gesundheitsplattform Brandenburg hervor, in die unter anderem Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und Informationen der Gesundheitsämter Brandenburgs bündelt.

Anteil der Übergewichtigen mehr als verdoppelt

So nahmen die chronischen Krankheiten bei ABC-Schützen zwischen 2003 und 2014 um fast drei Prozentpunkte auf 12,8 Prozent zu. Kinder aus ärmeren Familien waren dabei wesentlich häufiger betroffen. Gestiegen sind auch Bewegungsstörungen, die bei 6,6 Prozent der Kinder diagnostiziert wurden. Jungs haben mit 9,1 Prozent (2006: 5,1 Prozent) mehr als doppelt so oft Einschränkungen als Mädchen. Auch Fehlstellungen der Wirbelsäule und starkes Übergewicht nehmen bei Kindern im Alter von sechs bis 16 zu. 4,3 Prozent der Kinder des Einschulungsjahrgangs 2005 waren übergewichtig. 2014 hatte sich ihr Anteil verdoppelt.

Besserer Impfschutz

„Kinder aus einkommensarmen Familien sind nach wie vor öfter gesundheitlich beeinträchtig“, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) am Mittwoch bei der Kindergesundheitskonferenz in Potsdam und kündigte eine bessere Vorbeugung an. „Denn jedes Kind hat – unabhängig vom Einkommen der Eltern – das Recht, gesund aufzuwachsen.“ So sollen die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche weiterentwickeln und auch der Impfschutz verbessert werden.

Warmes Mittagessen in der Schule ist gesund

„Die Tendenz zu Übergewicht steigt“, bestätigte Erich Hedtke, Amtsarzt im Havelland. Gründe sieht er im Bewegungsmangel und in falscher Ernährung. Wenn Kinder nicht am warmen Mittagessen der Schule teilnehmen, würden sie meist zunehmen. Warum? „Sie essen dann Sachen, die eher dick machen – Pizza, Döner und Co.“

Kinder aus sozial schwächeren Familien haben auch laut Hedtke schlechtere Karten in Sachen Gesundheit. Das zeige sich bei den Früherkennungsuntersuchungen in fast allen Kategorien. „Egal ob beim Gewicht, der Sprachfähigkeit oder der allgemeinen Entwicklung“, bestätigt der Arzt. „Überspitzt gesagt haben sie einfach keine Helikopter-Eltern, die auf alles achten.“

Hauptthema der Konferenz, die alle zwei Jahre stattfindet, war das neue Präventionsgesetz. Es sieht unter anderem eine Pflicht zur Impfberatung bei Kita-Eltern vor. Hier kann die Mark Fortschritte verbuchen: Die Zahl der Schulanfänger mit lückenlosem Impfschutz und Früherkennungsuntersuchungen ist deutlich gestiegen. Außerdem sind immer mehr Kinder kariesfrei.

Von Torsten Gellner

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