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Armutszeugnis für die Bildungspolitik

MAZ-Kommentar zum Mathe-Abitur Armutszeugnis für die Bildungspolitik

Beim Brandenburger Mathe-Abi gab es erhebliche Pannen: Es wurde Stoff geprüft, der an einigen Schulen nicht unterrichtet wurde. Für Brandenburgs Bildungspolitik ist der Vorgang ein Armutszeugnis. Das jetzige Prüfungsverfahren muss dringend geändert werden. Ein Kommentar.

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137 Brandenburger Schulen nahmen am Zentralabitur teil.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Potsdam. Wer nicht gerade ein Nerd oder kleiner Einstein ist, der blickt auf die schriftliche Aufgabe 2.1 der aktuellen Abiturprüfungen im Fach Mathematik wie das sprichwörtliche Schwein ins Uhrwerk. Die Text-Aufgabe mit dem Titel „Der Eisbecher“ hat es in sich. Es geht um einen anspruchsvollen Aspekt des ohnehin komplizierten Bereichs der natürlichen Logarithmus-Funktionen. Dass so etwas im Mathe-Leistungskurs abgeprüft wird, ist allerdings völlig in Ordnung – sofern der Stoff vorher im Unterricht vermittelt wurde.

Wie wir nun wissen, war das in vielen Brandenburger Schulen nicht der Fall. Die Prüflinge hatten von vornherein keine Chance. Sie wurden Opfer von Umständen, die sie nicht zur verantworten haben. Und hätten dafür auch noch eine schlechtere Benotung in Kauf nehmen müssen. Mit der Wiederholung der Prüfungen ist dies nun abgewendet – gut so.

Für Brandenburgs Bildungspolitik ist der Vorgang ein Armutszeugnis. Zum einen, weil die märkischen Schüler nicht ausreichend auf die Prüfungsanforderungen vorbereitet werden. Vier Wochenstunden Mathe sind offenbar nicht genug. Dass das Land im kommenden Jahr wieder auf fünf Stunden umschwenkt, ist richtig, kommt aber für die jetzigen Prüflinge zu spät.

Zum anderen kann es nicht sein, dass eine Kommission in Kenntnis dieser Umstände Aufgaben entwickelt, die nicht dem vermittelten Stoff entsprechen. Die Schüler und die Schulen müssen wissen, welche Prüfungsinhalte auf sie zukommen. Das jetzige Verfahren erscheint untransparent und unfair. Es muss dringend geändert werden.

Von Henry Lohmar

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