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Arzt-Attest: Stimming-Prozess verschoben

Untreue des IHK-Präsidenten vor Gericht Arzt-Attest: Stimming-Prozess verschoben

Der mit Spannung erwartete Untreue-Prozess gegen den Ex-Chef der IHK-Potsdam, Victor Stimming, muss verschoben werden. Der Angeklagte hat ein Attest eingereicht. Ob der 65-Jährige tatsächlich zu krank ist, um für seine angeblich verschwenderische Amtsführung geradezustehen, darüber muss jetzt das Gericht befinden.

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Quelle: Märkische Allgemeine/Michael Hüb

Potsdam. Der für kommenden Montag angesetzte Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK), Victor Stimming, kann nicht wie geplant stattfinden. Wie das zuständige Amtsgericht Potsdam am Mittwoch mitteilte, ist der Angeklagte nach Einschätzung seiner Ärzte nicht verhandlungsfähig. Ein entsprechendes Gutachten sei bei der Kammer eingegangen, sagte Gerichtssprecher Wolfgang Peters. Ob Stimming wirklich nicht vor Gericht erscheinen könne, werde nun geprüft – ein Vorgang, der „nicht in einer Woche zu leisten ist“, so Peters. Deshalb sei auch der zweite, für den 19. September angesetzte Prozesstag abgesagt worden.

IHK bilanziert Schaden in Höhe von 250 000 Euro

Dem 65 Jahre alten Stimming wirft die Staatsanwaltschaft Potsdam vor, während seiner mehr als 18 Jahre währenden Präsidentschaft IHK-Sekretärinnen für seine private Firma eingespannt zu haben – geschätzter Schaden für die IHK: 91 000 Euro. Außerdem soll er sich an der zuständigen IHK-Vollversammlung vorbei mit Hilfe von Präsidiumsmitgliedern üppige Aufwandsentschädigungen für Aufsichtsratsmandate in der Zukunftsagentur des Landes (ZAB) und der Bürgschaftsbank genehmigt zu haben, obwohl die Wahrnahme der Mandate Teil seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war. Es geht um 120 000 Euro.

Zuletzt wirft die Staatsanwaltschaft dem Bauunternehmer vor, er habe die Sparsamkeit gebietende Kostenrichtlinie der IHK missachtet, als er eine Präsidiumssitzung nach Malta verlegen ließ. Die 6000 Euro seien für eine „überwiegend reine Freizeitveranstaltung“ ausgegeben worden, so die Staatsanwaltschaft.

Stimming erklärte 2013 Rücktritt mit „gesundheitlichen Gründen“

Seinen Rücktritt hatte Stimming im Jahr 2013 bereits mit gesundheitlichen Problemen erklärt. Eingespannt in sein Ehrenamt habe er Arzttermine und sogar Operationen verschoben. Stimming besitze mittlerweile einen Schwerbeschädigtenausweis, teilten seine Anwälte mit.

An den Strafprozess soll sich ein Zivilverfahren anschließen, in dem die IHK von ihrem Ex-Präsidenten eine Viertelmillion Euro Schadenersatz verlangt.

Von Ulrich Wangemann

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