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Arzt aus Neuruppin holt Literaturpreis

Brandenburgischer Literaturpreis 2015 Arzt aus Neuruppin holt Literaturpreis

Der Neuruppiner Arzt Thomas D. Föller ist für seine Kurzgeschichte "Nachkriegsversehrt" mit dem Brandenburgischen Literaturpreis 2015 ausgezeichnet worden. Der 39-Jährige erzählt das Schicksal einer Frau direkt nach dem 2. Weltkrieg, die von einem Rotarmisten vergewaltigt wird und sich später in einen anderen Sowjetsoldaten verliebt.

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Thomas D. Föller ist Gewinner des Brandenburgischen Literaturpreises 2015.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Damit hat Thomas D. Föller nicht gerechnet: Er gewann mit seiner Geschichte „Nachkriegsversehrt“ den Brandenburgischen Literaturpreis 2015. Ganz überraschend, wie er sagt. Eigentlich arbeitet er als Allgemeinarzt im Medizinischen Versorgungszentrum Alte Poliklinik Neuruppin.

Die Geschichte des 39-jährigen, der schon seit seiner Jugend Kurzgeschichten schreibt, war eine unter 178 Einsendungen zum Thema „,Und manchmal trifft man einen Menschen‘ (Wolfgang Borchert). Stadt- und Landleben in Brandenburg“. Das Literatur-Kollegium Brandenburg hat den mit 500 Euro dotierten Literaturpreis zum siebten Mal am Samstag verliehen. In der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam wurden die besten Texte ausgezeichnet, Schüler der elften Klasse des Helmholtz-Gymna siums Potsdam lasen Auszüge daraus vor.

Der Sieger des letzten Brandenburgischen Literaturpreises, Uwe Carow, sagt über den Gewinnertext: „Der Autor schafft es mit wenigen Worten, Assoziationen zu wecken und Bildräume beim Leser zu öffnen“. Die Erzählung schildert die Verletzungen einer jungen Frau nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei werde „ganz viel miterzählt, was eigentlich nicht im Text steht“, so Carow. Die Geschichte beschreibe fast diagnostisch die Torturen eines traumatisierten Menschen: Erinnerungs attacken, Schlaflosigkeit, unkontrollierte Flashbacks.

Das kommt nicht von ungefähr: Der gebürtige Crailsheimer arbeitete lange in einer psychosomatischen Reha-Klinik und ließ diese Erfahrungen in den Text einfließen. Klaus Büstrin, der Sprecher der Jury, sagte in seiner Laudatio: „Eine mit berührender Zartheit geschriebene Erzählung, ohne dass die Nöte der damaligen Zeit zugedeckt wurden“. Insgesamt habe er berührende Texte gelesen, denn „Schreiben ist ja auch Notwehr“, betonte er. „Autoren wollen Erlebnisse und Erfahrungen verarbeiten, sich dem geschriebenen Wort anvertrauen.“

Plätze zwei und drei gingen an Holger Hartenstein mit „Wie Großmutter die Menschenwürde wieder herstellte“ und an Angela Kreuz („Begegnung auf der Brook lyn Bridge“). Weitere Preisträger waren Verena Keßler (vierter Platz), Evamarie Kurfess (fünfter Platz) und Steve Kußin (sechster Platz). Die Texte der ersten drei Plätze werden in der nächsten Zeitschrift des Literatur-Kollegiums „Schriftzüge“ veröffentlicht.

Sieger Thomas D. Föller, der seinen Gewinnertext im letzten Jahr während der Elternzeit schrieb, plant bereits weitere Geschichten: „Der Preis spornt mich an, weiter zu schreiben.“

Von Melanie Höhn

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