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Asylbewerber steht nach Messerattacke vor Gericht

Prozess in Potsdam Asylbewerber steht nach Messerattacke vor Gericht

Er soll bei einer Messerattacke in Genshagen (Teltow-Fläming) fünf Menschen verletzt haben. Ein 38-jähriger Asylbewerber muss sich dafür seit Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft spricht von versuchtem Totschlag. Das mögliche Motiv lässt tief blicken.

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Bei dem Angriff in einem Asylbewerberheim in Genshagen sind mehrere Menschen verletzt worden.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Ein 38-jähriger Tschetschene muss sich seit Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Laut Anklage soll er im Juni 2016 bei einer Messerattacke im Asylbewerberheim Genshagen fünf Menschen verletzt haben. Darunter auch seine Ehefrau, der er mit einem Messer drei Mal in die Wange schnitt.

Weil der Angeklagte als sehr aggressiv gilt, musste er auch während der Verhandlung Handschellen tragen. Normalerweise werden Angeklagten die Fesseln zu Verhandlungsbeginn abgenommen. Am ersten Verhandlungstag äußerte er sich nicht zu den Vorwürfen, wie der RBB berichtet.

Nach bisherigem Ermittlungsstand hat der Angeklagte einen Wutanfall bekommen und deswegen mehrere Personen im Asylbewerberheim attackiert. Für seinen Wutanfall habe es möglicherweise religiöse Motive gegeben, wie ein Gerichtssprecher in einem RBB-Bericht sagte: Zum Beispiel sei es dem Mann ein Dorn im Auge gewesen, wie die anderen Muslime im Heim ihren Glauben auslebten. So soll dem 38-Jährigen unter anderem nicht gefallen haben, dass die Bewohner Frauen zum Tanzen verleitet haben. Auch beim Konflikt mit seiner Frau spielten wohl unterschiedliche Moralvorstellungen eine Rolle, so der Gerichtssprecher.

Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung wegen Totschlags eine Verurteilung von bis zu 15 Jahren Haft. Der Prozess gegen ihn wird Anfang April fortgesetzt. Anfang Mai soll ein Urteil gesprochen werden.

Von MAZonline

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