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Brandenburg Attika-Figuren kehren zurück auf das Schloss
Brandenburg Attika-Figuren kehren zurück auf das Schloss
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11:20 27.04.2016
Vor dem „Herkules“: Schlösser-Direktor Hartmut Dorgerloh, Landtagspräsidentin Britta Stark und Michael Schöne vom Stadtschlossverein (v.l.) . Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Der Wettergott meinte es bei dieser eindrucksvollen Zeremonie vor dem Potsdamer Landtagsgebäude gut. Bevor ein riesiger Kran „Herkules“ in die Lüfte heben wollte, begann es leicht zu nieseln und zu winden. Doch das währte nicht lange, mit einem Mal kam die Sonne heraus.

Die ersten beiden Figuren auf dem Landtag. Quelle: Bernd Gartenschläger

Langsam schwebte die Skulptur unter den aufmerksamen Blicken von rund 70 Zuschauern an der Nordfassade des Gebäudes nach oben – in Richtung der Spitze des westlichen Giebels, wo sie auch früher stand. Michael Schöne vom Stadtschlossverein wirkte ergriffen. Sein Verein hatte die aufwendige Restaurierung in Eigenregie übernommen und mit Spenden finanziert. „Das war für uns eine kleine Herkules-Aufgabe“, sagte Schöne. Damit werde ein weiterer wichtiger Schritt „zur Vollendung des Potsdamer Stadtschlosses vollzogen“, sagte er unter dem Beifall der Umstehenden. Er dankte den zwei Einzelspendern, die dies ermöglichten. Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) lobte das bürgerschaftliche Engagement des Vereins. Dies hob auch der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, hervor. In den Depots seiner Stiftung waren die Spolien und Skulpturen des einstigen Stadtschlosses aufbewahrt, wie er betonte.

Blick von der Nikolaikirche auf das Dach des Landtags. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Kosten für die Restaurierung des „Herkules“ betrugen 25 500 Euro und die des „an einen Baumstamm gelehnte Jüngling“ 10 200 Euro. Während der „Jüngling“ komplett erhalten war, fehlten bei der Skulptur der Kopf, der rechte Unterarm und die linke Hand. Sie wurden anhand historischer Fotoaufnahmen rekonstruiert.

In die Arbeiten flossen keine Steuergelder. Der Landtag hatte in mehreren Beschlüssen, zuletzt 2008, klar gestellt, dass es keine finanzielle Beteiligung an der Aufstellung der Attika-Figuren geben werde. Der Stadtschloss-Verein übernahm sämtliche Kosten, auch für Baugenehmigung und Statikgutachten. Heute befinden sich noch einige erhaltene Figuren als Leihgaben auf Dachgesimsen der Berliner Humboldt-Universität. Ihr Schicksal ist weiter ungeklärt.

Das Interesse der Abgeordneten an dem feierlichen Akt hielt sich in Grenzen. Neben Britta Stark war nur ein Abgeordneter der CDU zugegen.

76 Schlossfiguren

76 Sandsteinfiguren gab es einst auf dem Stadtschloss in Potsdam. 17 davon sind komplett erhalten. Von weiteren 18 konnten unterschiedlich große Teile gerettet werden. Die übrigen, vollkommen zerstörten Figuren können nach historischen Fotoaufnahmen neu geschaffen werden.

Die beiden Figuren „Jüngling“ und „Herkules“ wurden vom Potsdamer Hofbildhauer ­Johann Gottlieb Heymüller im Jahr 1751 geschaffen.

Von Igor Göldner

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