Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Aufklärungsquote steigt trotz Personalmangels
Brandenburg Aufklärungsquote steigt trotz Personalmangels
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:54 17.03.2017
Sicherheit unter Blüten: Zum Baumblütenfest in Werder/Havel wird die Polizei angesichts der Terrorrisiken mit Großaufgebot kommen. Quelle: Julian Stähle
Brandenburg an der Havel

Volksfeststimmung in Zeiten der Terrorangst: Besucher des Baumblütenfestes in Werder (Potsdam-Mittelmark) müssen sich in diesem Jahr auf verstärkte Sicherheitsvorkehrungen und viel Polizeipräsenz einstellen. Nach der Attacke auf dem Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten bereite die Polizei ein Konzept vor, um das größte Volksfest Ostdeutschlands mit bis zu einer halben Million Besuchern besonders zu schützen. „Nach den Anschlägen auf dem Berliner Breitscheidplatz und bei einem Festival in Ansbach stehen wir vor neuen Herausforderungen“, sagte Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West mit Sitz in Brandenburg/Havel am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für den Westen der Mark.

„Ein schwieriges Jahr liegt hinter uns und ein nicht weniger intensives vor uns“, so Meyritz, dessen Direktion die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Havelland sowie die Städte Potsdam und Brandenburg/Havel umfasst. Nicht nur die Terrorgefahr, auch die „Asyllage“ fordere den 1500 Beamten, die in einem Einsatzgebiet von 6800 Quadratkilometern mit rund 775.000 Einwohnern unterwegs sind, viel ab. Das Erstaunliche: Trotz Personalabbaus bei der Polizei ist die Zahl der Straftaten gesunken und die Aufklärungsquote gestiegen. 59.250 Delikte (2015: 61.400) wurden 2016 in der Direktion West registriert. Davon wurden 30.095 Fälle gelöst. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 50,8 Prozent. 2015 lag sie bei 48,2 Prozent.

Zahl der Diebstähle gesunken

Dass die Polizei mehr Täter schnappte, habe nicht an besserer Technik oder neuen Methoden gelegen, so Meyritz. „Das lag schlicht an der Leistungsfähigkeit der Leute.“ Eine weitere Erklärung: Die Direktion hat sich im Vorjahr mit speziellen Ermittlerteams auf das Beackern bestimmter Kriminalitätsfelder konzentriert, die in ganz Brandenburg zunehmend zum Problem geworden waren. „2016 haben wir unser Augenmerk insbesondere auf die Bekämpfung der Fahrraddiebstähle und der Einbruchdiebstähle in Lkws durch Planenschlitzer gelegt“, erklärte Sven Mutschischk, Leiter der Kriminalpolizei in der Direktion. Insgesamt ist die Zahl der Diebstähle von 26 747 um rund 2300 gesunken. Egal ob Wohnungseinbruch, Fahrradklau oder Diebstahl aus Autos: überall rückläufige Zahlen. Einzig die Zahl der Diebstähle ganzer Autos ist gestiegen.

Die Positivbilanz durch gezielten Personaleinsatz hat aber auch eine Kehrseite: weniger Diebstahl – mehr Gewalt. „Was wir mit Sorge betrachten, ist der Anstieg der Gewaltdelikte“, räumt Direktionschef Meyritz ein. Vor allem bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen sind die Fallzahlen nach oben geschnellt. Gegensteuern wollen Meyritz und Mutschischk unter anderem durch eine Stärkung des Kriminaldauerdienstes, also des 24-Stunden-Bereitschaftsdienstes der Kriminalpolizei, der im Brandenburger Westen derzeit 35 Mann stark ist. Junge, qualifizierte Beamte sollen speziell für die Kripo gewonnen werden. Doch diese sind nicht sofort verfügbar. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre. „Bis 2018/19 werden wir das Tal der Tränen noch durchschreiten müssen“, so Meyritz. „Im Moment werden wir nicht mehr, nur weniger schnell weniger.“

Von Marion Kaufmann

Saskia Ludwig ist in ihrer Partei umstritten – nach einem Doppelinterview mit AfD-Politiker Alexander Gauland für die rechtslastige „Junge Freiheit“ hagelt es erneut parteiinterne Kritik an der CDU-Frau. In dem Interview geht Ludwig auf Distanz zu Parteichefin Angela Merkel. In der CDU wird das Interview als gezielte Provokation gewertet.

16.03.2017

Nach Medienberichten hatte die Flughafengesellschaft Anzeige erstattet – nun hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anzeige wegen Geheimnisverrat am Pleiteflughafen BER erstattet. Es geht um die Weitergabe empfindlicher Firmengeheimnisse.

16.03.2017
Brandenburg Gefährliches Mitbringsel des Frühlingswetters - Schon in 13 Landkreisen erhöhte Waldbrandgefahr

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Waldbrandgefahr. In großen Teilen des Landes herrscht bereits die dritte Gefahrenstufe. In Brandenburg ist die Waldbrandgefahr aufgrund der ausgedehnten Kiefernwäldern deutschlandweit am höchsten – und steht diesbezüglich auf einer Stufe mit Griechenland oder Südfrankreich.

16.03.2017