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Brandenburg BER: Finanzierung bis zur Eröffnung ist gesichert
Brandenburg BER: Finanzierung bis zur Eröffnung ist gesichert
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18:40 30.11.2018
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im mangelhaften Terminal. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Die Finanzierung des Flughafens BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020 ist gesichert. Dazu wurde der eigentlich für den Ausbau des Flughafens vorgesehene Konsortialkredit in Höhe von 1,1 Milliarden Euro mit dem Segen der drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund teilweise umgewidmet. Bis ins Frühjahr 2019 kann sich der Flughafen noch aus dem Gesellschafterdarlehen finanzieren, zu dem Brandenburg rund 410 Millionen Euro beigesteuert hat. Danach soll das Bauprojekt auf den Erweiterungskredit zugreifen können.

„Haben Baustelle im Griff“

„Wir sind bis Ende 2020 ausfinanziert“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.Bei der Aufsichtsratssitzung, die am Freitag in Tegel stattfand, musste Lütke Daldrup auch Rechenschaft über den Baufortschritt abgeben. Dort arbeiten die Mitarbeiter im Schichtsystem an der Abarbeitung der über 7000 festgestellten Mängel. „Auf der Baustelle werden wir weiter hart arbeiten müssen, aber wir haben die Baustelle im Griff“, sagte er.

Die komplexe Programmierung der Brandschutzanlage durch Siemens wurde demnach am Freitag abgeschlossen. Damit wurde die Firma sogar schneller fertig als vertraglich vereinbart – ein Novum am BER. Die Programmierung hatte Lütke Daldrup einst als eines der größten Risiken für die Inbetriebnahme des Airports beschrieben.

Bosch und ROM hinken hinterher

Auch die Sanierung der Sprinkleranlage steht vor dem Abschluss. Da deutlich mehr Sprinklerköpfe an die Leitungen angeschlossen worden waren, musste das System komplett neu berechnet werden. Eigentlich hätte die Sprinkleranlage bereits im August fertiggestellt sein sollen. Größtes Sorgenkind ist die Sanierung der Kabelschächte. Außerdem kommen die Arbeiten an den Brandmeldern langsamer voran als erwartet.

Verantwortlich sind die Firmen ROM und Bosch. Sie seien jetzt in der Pflicht, sagte Lütke Daldrup. Die Techniker müssen der Geschäftsführung inzwischen täglich berichten, wie viele Mängel sie behoben haben. Außerdem müssen sie im Schichtdienst und am Wochenende vor Ort sein. „Diese Schlagzahl muss durchgehalten werden“, sagte er. Zuletzt habe die Firma ROM 400 bis 500 Schwachstellen in der Woche abgearbeitet, erklärte er.

Die intern eingeplanten Zeitpuffer werden knapper. Lütke Daldrup hält aber unbeirrt an seinem Zeitplan fest: Im Mai/Juni kommenden Jahres sollen die sogenannten Wirkprinzipprüfungen losgehen, bei denen das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten der Brandschutzanlage getestet werden sollen.

Controller warnen vor zu frühen Prüfungen

Damit stellt sich der Flughafenchef gegen die Einschätzung der Controller: Sie halten einen Start der Prüfungen erst im September für realistisch. „Auch wenn die Prüfungen erst im September starten, schaffen wir den Eröffnungstermin“, erklärte der BER-Chef. „Wir haben noch Puffer.“Allerdings geht die Geschäftsführung davon aus, dass nicht alle der identifizierten 7000 Schwachstellen bis zur Eröffnung abgearbeitet werden. Auch im laufenden Betrieb, so der Plan, sollen demnach letzte Reparaturen stattfinden, sofern sie nicht sicherheitsrelevant sind.

Diese Strategie hatte schon Lütke Daldrups Vorgänger Carsten Mühlenfeld verfolgt, der erklärt hatte, dass er den Airport notfalls auch mit Provisorien eröffnen wolle – sofern das Bauordnungsamt grünes Licht gibt. Der drittgrößte deutsche Flughafen sollte eigentlich im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Seitdem platzten alle Eröffnungstermine. Gründe hierfür waren Fehlplanungen, Baumängel und Technikprobleme.

Bei der Aufsichtsratssitzung erklärte der Flughafenchef auch die Konsequenzen, die das Unternehmen aus dem jüngsten Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) zieht. Demnach will das Unternehmen künftig auch Schallschutzanträge für Wohnräume mit niedrigen Decken, für Wohnküchen und für Wintergärten akzeptieren, sofern diese als Wohnraum genutzt werden. Im Interview mit der MAZ hatte Lütke Daldrup erklärt, er wolle einen Schallschutzfrieden.

Von Torsten Gellner

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