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Aus Klaus Ness sprach die pure Leidenschaft

MAZ-Kommentar Aus Klaus Ness sprach die pure Leidenschaft

SPD-Fraktionschef Klaus Ness ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Er war einer der einflussreichsten Menschen in der märkischen Landespolitik, meint MAZ-Kommentator Henry Lohmar. Er war ein Strippenzieher, unerbittlich, klug, aber auch streitbar. Mit seinem Tod hinterlässt Ness eine Lücke, die kaum zu füllen sein wird.

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Klaus Ness ist gestorben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Es gibt Nachrichten, die glaubt man erst mal nicht. Klaus Ness ist tot – unfassbar. Vor drei Tagen noch saß man beisammen anlässlich eines Hintergrundgesprächs im Landtag. Vor den Volontären der MAZ berichtete der Fraktionsvorsitzende der Brandenburger SPD über seine Arbeit – auch darüber, wie er politisiert wurde als Gymnasiast in Niedersachsen. Es waren die 1970er-Jahre, und wie viele stand er vor der Frage: Kohl oder Schmidt, CDU oder SPD, Junge Union oder Jusos. Für Ness war klar: Bloß nicht zu „denen mit den Lederkoffern“. Das waren für ihn die „Uncoolen“, die Karrieristen.

Henry Lohmar, stellv

Henry Lohmar, stellv. Chefredakteur der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Quelle: Gabbert

Nun, Karriere hat auch Ness gemacht. Vom Weiterbildungslehrer bei der Volkshochschule zu einem der einflussreichsten Menschen in der märkischen Landespolitik. Ob als Partei-Geschäftsführer, Generalsekretär oder Fraktionschef: Ness hat im SPD-dominierten Brandenburg die Strippen gezogen. Klug, streitbar, auch umstritten. Wenn es sein musste, scharf gegenüber dem politischen Gegner und intern unerbittlich, wenn es darum ging, Mehrheiten zu sichern. Als auch in der Mark eine Partei rechts von der CDU in den Landtag zog, legte Ness die Taktiererei beiseite. Aus seinen scharfen Widerworten gegen die Auftritte der AfD sprach pure Leidenschaft.

So jemand macht sich im politischen Alltag nicht nur Freunde. Aber er ist, wenn er seine Sache gut macht, nur schwer ersetzbar. Klaus Ness‘ plötzlicher Tod mit 53 Jahren reißt eine Lücke, die für Brandenburgs SPD kaum zu füllen sein wird.

Von Henry Lohmar

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