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Brandenburg Ausgebrannter Regio jetzt Fall für die Experten
Brandenburg Ausgebrannter Regio jetzt Fall für die Experten
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18:10 07.01.2016
Der Regionalzug brannte am Mittwoch Abend komplett aus. Zug- und S-Bahn-Verkehr waren stundenlang unterbrochen, auch anliegende Straßen wurden gesperrt. Quelle: Julian Stähle
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Berlin

Am Tag danach setzt sich das ausgebrannte Wrack des Regionalzuges der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) langsam in Bewegung. „Das Fahrzeug wird zum Bahnhof Kaulsdorf geschleppt und dort weiter untersucht“, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei am Donnerstag Nachmittag. Der Regionalverkehr zwischen Lichtenberg und Strausberg könne dann frühestens am Abend wieder aufgenommen werden.

Zugpersonal verhindert Schlimmeres

Ein Zug der Regionalbahnlinie 26 war am Mittwochabend komplett ausgebrannt. Der voll besetzte Regionalzug war von Berlin-Lichtenberg ins polnische Kostrzyn unterwegs gewesen.

Nach nur 20 Minuten endete die Fahrt: Ein 50-jähriger Fahrgast hatte im hinteren Zugteil einen Brandgeruch bemerkt und die Kundenbetreuerin informiert. „Der Zug stoppte sofort und das Zugpersonal konnte die rund 180 Passagiere unverletzt in Sicherheit bringen“, beschreibt NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker die Situation, „ich bin meinen Mitarbeitern da zu großem Dank verpflichtet. Ihr souveränes Handeln konnte Schlimmeres verhindern.“

Die Fahrgäste des Regionalzuges waren vom Zugpersonal in den nahe gelegenen Bahnhof Wuhletal geführt und von dort mit Bussen weiter transportiert worden.

Fast 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden alarmiert. Quelle: dpa-

„Um 20:09 Uhr erreichte die Feuerwehr die Meldung, dass ein Zug in Brand geraten sei“, so ein Sprecher der Berliner Feuerwehr zur Einsatzlage. 94 Einsatzkräfte und 33 Fahrzeuge seien alarmiert worden, doch trotz der Löschversuche brannte das Fahrzeug komplett aus. Neben dem Regionalverkehr musste auch der S-Bahnverkehr auf den benachbarten Gleisen zunächst bis in die Nacht unterbrochen werden, zudem kam es zu einer mehrstündigen Sperrung der anliegenden Straßen.

Bundespolizei ermittelt – Zeugen gesucht

Die Brandursache ist indes weiter unklar. Bundespolizei und Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) haben die Ermittlungen übernommen. „Wir haben das Fahrzeug beschlagnahmt und ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet“, so Bundespolizei-Sprecher Thorsten Peters.

Die Ermittler vermuten einen technischen Fehler. „Dennoch prüfen wir jetzt den Vorgang in alle Richtungen“, bekräftigt Peters. Er bittet Fahrgäste des Zuges, sich bei der Bundespolizei zu melden. „Wir müssen genau wissen, was passiert ist und was die Passagiere gesehen haben“, so Thorsten Peters, „vielleicht ist einem Fahrgast auch vor dem Brand schon etwas Ungewöhnliches aufgefallen.“

Das dreiteilige Fahrzeug der Baureihe Talent brannte trotz aufwendiger Löscharbeiten vollständig aus. Quelle: Julian Stähle

Ebenso wie die Bundespolizei sieht auch die EUB einen technischen Defekt als wahrscheinlichste Brandursache an, doch es kommen, so ein Sprecher, „auch menschliches Versagen oder eine womöglich schadhafte Infrastruktur in Frage.“

Schaden in Millionenhöhe

NEB-Chef Detlef Bröcker betont, dass der entsprechende Zug erst im Jahr 2013 die vorgeschriebene Hauptuntersuchung ohne Mängel absolviert habe. „Zusätzlich unterliegen alle Fahrzeuge der NEB einem Wartungsrhythmus, der selbstverständlich eingehalten wird“, so Bröcker. Er schätzt den Schaden an dem dreiteiligen Fahrzeug der Baureihe Talent auf eine siebenstellige Summe: „Es sieht leider alles nach einem Totalverlust dieses Fahrzeugs aus“.

Neben der betroffenen Regionalbahn 26 unterhält die Niederbarnimer Eisenbahn zehn weitere Linien im nord-östlichen Brandenburger Regionalverkehr. Die anliegenden Kommunen und Landkreise halten ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Von Saskia Popp

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