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Brandenburg Aussage von Gauland (AfD) „unanständig“
Brandenburg Aussage von Gauland (AfD) „unanständig“
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16:00 16.09.2017
Alexander Gauland (AfD). Quelle: dpa
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Potsdam

Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland, wonach die Deutschen auf „die Leistungen deutscher Soldaten“ in den beiden Weltkriegen stolz sein dürften, sind in Brandenburg auf scharfe Kritik gestoßen. Vertreter von SPD und Grüne werten die Äußerungen als weiteren Beleg für rechtsextreme Tendenzen in der AfD. Doch Gauland hält an seinen Aussagen fest.

Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben nannte sie unanständig und gefährlich. „Er untergräbt das Fundament der Bundesrepublik Deutschland, das Konservative wie Konrad Adenauer und Helmut Kohl errichtet haben“, sagte Senftleben mit Blick auf Gauland am Freitag in Potsdam.

Dessen Aussagen seien ungeheuerlich, meinte der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Clemens Rostock. Deutschland sei zweimal über Europa hergefallen. Das Resultat seien Millionen Tote und die Teilung des Landes gewesen. „Wer darauf stolz ist, begeht ein Verbrechen an den Opfern und hat ein schizophrenes Verhältnis zu unserer Vergangenheit.“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bemerkte bei einem Wahlkampfauftritt in Potsdam: „Das ist der Ton der Totengräber der deutschen Demokratie, denen wir uns in den Weg stellen.“

Alexander Gauland hatte die umstrittenen Äußerungen in einem Video von einer Wahlkampfrede vom 2. September gemacht. Zudem forderte er, einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu ziehen.

Trotz der Kritik hält Gauland an seiner umstrittenen Äußerung fest, die Deutschen dürften stolz sein auf „die Leistungen deutscher Soldaten“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg. „Ich bestreite überhaupt nicht, dass die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in Verbrechen verwickelt war“, sagte Gauland am Freitag am Rande eines AfD-Wahlkampftermins in Berlin. „Aber ich habe Namen genannt, Rommel und Stauffenberg, und ich habe ganz deutlich gesagt, dass Millionen deutscher Soldaten tapfer waren und nicht in Verbrechen verwickelt waren.“ Und es müsse erlaubt sein, diese zu loben.

Alexander Gauland, der auch Fraktionsvorsitzender seiner Partei im brandenburgischen Landtag ist, tritt im Bundestagswahlkreis 63 (Frankfurt (Oder) und Oder-Spree) als Direktkandidat für die Wahl am 24. September an.

Eine ausländische Pressestimme

Zur umstrittenen Äußerung des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland über die Wehrmacht heißt es am Samstag in der Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“:

„Als ökonomische Großmacht kann das deutsche Selbstbewusstsein für niemanden eine Überraschung sein. Dazu gehört auch ein neuer Blick auf die eigene Vergangenheit. Gauland, Führer der nach der Wahl vielleicht drittgrößten Partei Deutschlands, erklärte: „Kein anderes Volk hat so deutlich mit einer falschen Vergangenheit aufgeräumt wie das deutsche.“ (...) Die grausamen Verbrechen während des Naziregimes sind beispiellos. Die Deutschen können jedoch stolz darauf sein, dass sie die Millionen Toten und die Konzentrationslager niemals vergessen haben und dass dies fest in den Lehrplänen verankert ist. Deutschland ist ein selbstbewusstes Land geworden, das auf viele Dinge stolz sein kann, aber nicht auf die Weltkriege. Deshalb wird die AfD zurecht von den anderen Parteien kritisiert. Und man darf davon ausgehen, dass Gaulands Ansichten bei weitem nicht von der Mehrheit der Deutschen geteilt werden.“

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