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Autos von Flüchtlingshelfern ausgebrannt

Vermutlich Brandanschlag in Neuhardenberg Autos von Flüchtlingshelfern ausgebrannt

Am Samstagmorgen brannten in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) zwei Wagen von Mitarbeitern einer Flüchtlingsinitiative aus. Die Polizei vermutet, dass es sich um Brandstiftung handelt. Indizien sprechen für einen rechtsextremen Hintergrund, denn rund um den Tatort wurden Aufkleber mit einer eindeutigen Botschaft entdeckt.

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Quelle: dpa

Neuhardenberg . Zwei Autos von Mitgliedern einer Flüchtlingsinitiative sind am Samstagmorgen in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) ausgebrannt. Ein danebenstehender Multivan wurde ebenfalls beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und kann einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließen, wie sie mitteilte.

An Haustüren und Laternen in der Umgebung wurden außerdem Aufkleber „Flüchtlinge nicht willkommen“ entdeckt, hieß es. Spezialermittler der Kripo haben die Arbeit aufgenommen. Der Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf mehr als 30 000 Euro.

Zwei Jahre Willkommenskreis

Rund zwei Jahre ist es her, dass die ersten Flüchtlinge nach Neuhardenberg kamen: Bis heute sind die Menschen nicht auf sich allein gestellt. Ein Willkommenskreis hat sich ihrer angenommen und hilft, wo er nur kann.

„Als die Flüchtlinge vor zwei Jahren kamen, gab es nur zwei Möglichkeiten: helfen oder abschotten“, erinnert sich Hildegard Nies-Nachtsheim. Die Antwort war schnell klar. Mit Gleichgesinnten gründete das aus Süddeutschland stammende Ehepaar den Willkommenskreis. “Wir tun was - das war unser Ansatz“, betont Nies-Nachtsheim. Die Menschen seien erschöpft und traumatisiert angekommen, einige inzwischen depressiv geworden. Bei Treffen wie an diesem Nachmittag im Garten hört das Paar sich die Sorgen der Flüchtlinge an.

Wie ihr Mann Horst hatte Hildegard Nies-Nachtsheim in ihrem Berufsleben in sozialen Bereichen gearbeitet. Daran knüpften beide an. Sie fahren und begleiten Flüchtlinge zu Ärzten, übersetzen, unterrichten Deutsch, organisieren Spielenachmittage und werden bei Behörden vorstellig. “Wir sind dabei geblieben und machen, was wir können», berichtet Hildegard Nies-Nachtsheim. “Wir versuchen zu helfen, damit sie einigermaßen normal leben können.»

Ihr Mann ergänzt: «Wir legen den Finger in die Wunde.» Das werde beispielsweise von der Heimverwaltung als Störung des Ablaufs ansehen. “Wichtig ist, immer eine Lösung zu finden, damit es weitergeht.“ Seine Frau berichtet von vielen Anstrengungen: “Wir zeigen auf, was nicht funktioniert.“ Über Freude organisierte das Ehepaar 25 Fahrräder für die Heimbewohner.

Ein albanischer Heimbewohner lobt das Engagement seiner Nachbarn: “Wenn es Familie Nachtsheim nicht gäbe, wäre es viel schwerer für uns. Sie sind unsere einzige Hoffnung auf Hilfe“, sagt er und freut sich, dass er mit Hildegard Nies-Nachtsheim griechisch sprechen kann - eine Sprache, die beide verstehen. Am schlimmsten sei die Langeweile, keine Aufgabe zu haben. Ein Sprachkurs sei zu Ende, der nächste beginne erst im Herbst. Horst Nachtsheim betont: „Da geht enorm wertvolle Zeit verloren.“

18 Helfer engagieren sich im Willkommenskreis. “Familie Nachtsheim ist der Motor des Ganzen, der Verein eine Lobby für die Flüchtlinge“, betont Mario Eska. Er war Bürgermeister in Neuhardenberg, als die 180 Flüchtlinge erwartet wurden. “Es war gut, dass wir damals schnell Versammlungen mit Einwohnern zur Thematik organisiert und aufgeklärt haben“, erinnert er sich. Am 8. Oktober ist wieder eine geplant. “Nach zwei Jahren wollen wir hören, welche Erfahrungen die Einwohner mit den Flüchtlingen gemacht haben.“

Von MAZonline

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