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BER: Anrainer klagen gegen Südbahn-Starts

Neuer Flughafenchef Mühlenfeld hat Ärger mit den Anwohnern BER: Anrainer klagen gegen Südbahn-Starts

Kaum im Amt, hat der neue Flughafenchef Karsten Mühlenfeld Ärger mit den BER-Anwohnern. Mehrere Lärmbetroffene haben Widerspruch gegen die geplante Inbetriebnahme der Südbahn eingereicht. Der Grund: Die meisten betroffenen Anwohner haben noch immer keinen Schallschutz.

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Ab Mai sollen die ersten Jets von der BER-Südbahn abheben.

Quelle: dpa-Zentralbild

Schönefeld. Kaum im neuen Amt, hat der neue Flughafenchef Karsten Mühlenfeld bereits ersten Ärger: Mehrere Airport-Anwohner haben Widerspruch gegen die für Mai erteilte Freigabe der BER-Südbahn eingelegt. Begründung: Die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde von Berlin und Brandenburg (LUBB) habe die temporäre Betriebserlaubnis für die Piste erteilt, obwohl die Schallschutzauflagen nicht erfüllt seien. Nicht einmal 90 Prozent der betroffenen Wohngebäude im Einzugsgebiet der Südbahn seien mit Schutzfenstern, Dämmplatten und Lüftern versehen. Damit steht die bereits mehrfach verschobene Sanierung der BER-Nordbahn, die derzeit noch zum alten Schönefelder Flughafen gehört, erneut auf der Kippe.

„Auch wenn der BER nur teilweise in Betrieb gehen soll, dürfen die Menschen hierdurch nicht schutzlos Lärmbelastungen ausgesetzt zu werden, die der Planfeststellungsbeschluss als unzumutbar ansieht“, sagte der Anwohneranwalt Wolfgang Baumann. Von der neuen Schönefelder Südbahn sollen von Mai an für ein halbes Jahr Flugzeuge abheben, während die Jahrzehnte alte Nordbahn saniert wird. Die Luftfahrtbehörde hatte im Dezember die Nutzungsfreigabe für die Piste erteilt. Dem Anspruch der Anwohner auf Schallschutz sei zum großen Teil Rechnung getragen, weil dem größten Teil der Schallschutz von der Flughafengesellschaft zumindest bewilligt worden sei, hieß es zur Begründung.

Das sieht Rechtsanwältin Franziska Heß anders. Nur weil die Anwohner sogenannte Anspruchsberechtigungen erhalten hätten, seien die rechtlichen Auflagen zur Inbetriebnahme nicht erfüllt. „Schallschutz auf dem Papier ist kein Schutz“, sagte sie. Die meisten Anwohner zögern trotz Bewilligung noch damit, Handwerker mit dem Einbau von Schutzfenstern zu beauftragen (MAZ berichtete). Ende Januar waren nicht einmal in zehn Prozent der 4500 Südbahnhaushalten die Schutzeinbauten umgesetzt. Für viele Betroffene seien die angebotenen Maßnahmen nicht ausreichend, erklärte Anwalt Baumann. Entweder müssten die Anwohner angemessen für den Lärm entschädigt werden oder der Südbahn-Betrieb müsse abgesagt werden.

Von Torsten Gellner

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