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Brandenburg BER-Ausbau: Lufthansa muss Wartungshalle räumen
Brandenburg BER-Ausbau: Lufthansa muss Wartungshalle räumen
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02:21 19.05.2018
Die Triebwerke werden in Hamburg zerlegt und die Einzelteile in Schönefeld repariert. Quelle: dpa
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Schönefeld

Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der kürzlich den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorstellte, verwies auch auf die erfolgreiche Bilanz der Wartungs-Tochter: „Noch nie wurden so viele Flugzeuge von Lufthansa Technik gewartet“, sagte er. Lufthansa Technik ist Weltmarktführer auf ihrem Gebiet, beschäftigt weltweit mehr als 25 000 Menschen und machte 2017 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro – ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch für rund 60 Mitarbeiter am Standort Schönefeld gab es nun trotz der guten Bilanz eine Hiobsbotschaft: Lufthansa Technik wird eine Turbinenwerkstatt schließen, in der Triebwerksteile aus ganz Deutschland gewartet werden. Der Grund: Die Halle ist den Erweiterungsplänen von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Weg.

Neubau ausgeschlossen – wegen „Planungsunsicherheit“

Ein Neubau auf dem Gelände schließt die Lufthansa-Tochter aus. Man sehe dauerhaft keine wirtschaftliche Perspektive für die sogenannte Rohrwerkstatt, sagte Unternehmenssprecher Jens Krüger. Jetzt würden Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch ausgeschlossen. Andere Einrichtungen der Lufthansa Technik sind nicht betroffen oder ziehen um – wie die gemeinsam mit Bombardier betriebene Wartung für Geschäftsflieger, die in den Air-Berlin-Hangar zieht.

Die Halle abreißen und an einem anderen Ort auf dem Flughafenareal wieder neu aufzubauen, kommt für das Unternehmen nicht infrage. Man verweist auf die Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem BER-Projekt: „Wir und unsere Mitarbeiter sind von der Planungsunsicherheit rund um die beiden Berliner Flughäfen derzeit stark getroffen. Wir müssen in der nahen Zukunft entscheiden, wie und in welcher Stärke wir uns unternehmerisch aufstellen“, hieß es.

BER-Sprecher weist Vorwürfe zurück

Die Rohrwerkstatt liegt im Süden der nördlichen Landebahn und auf der gedachten Verlängerung des BER-Nordpiers. Die Flughafengesellschaft bestätigte auf Anfrage, dass die Flächen für den Ausbau benötigt werden. „Wir sind mit der Lufthansa und allen anderen Partnern dazu im ständigen Gespräch“, sagte Airport-Sprecher Hannes Hönemann. Überall seien der Eröffnungstermin Oktober 2020 und die Erweiterungspläne bekannt. „Von Planungsunsicherheit kann deshalb nicht die Rede sein“, sagte er.

Die Belegschaft der Lufthansa Technik ist sauer, habe aber etwas in dieser Richtung erwartet, wie Betriebsratschef Uwe Paulenz der MAZ sagte. „Die Ausbaupläne für den BER sind ja bekannt. Der Flughafen hat Platzbedarf angemeldet“, so Paulenz. Dass es aber so schnell gehen könnte, habe man nicht geahnt. Der Mietvertrag für die Werkstatthalle läuft im Spätsommer 2020 – kurz vor der Eröffnung des BER – ab.

Betriebsrat befürchtet Verlagerung der Werkstatt nach Polen

Die Rohrwerkstatt ist eine Spezialeinrichtung: Sie heißt so, weil in ihr Rohre und Schläuche aus Triebwerken, die generalüberholt werden, kontrolliert, gereinigt und repariert werden. Die Triebwerke verschiedener Airlines, nicht nur der Lufthansa, werden in Hamburg zerlegt, die Teile dann in Kisten verpackt nach Schönefeld geschickt.

Für die Lufthansa ist es aber letztlich egal, wo die Werkstatt steht. Laut Betriebsratschef Paulenz ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die Werkstatt ins Ausland verlagert wird. Schließlich hat die Lufthansa-Tochter sowohl mit General Electric als auch mit der MTU Joint Ventures zur Triebwerkswartung in Polen beschlossen. Paulenz glaubt, dass in ein paar Jahren auch die Rohrwerkstatt dort auferstehen wird. Laut Unternehmenssprecher Krüger gibt es derzeit allerdings keine derartigen Pläne.

Paulenz befürchtet, dass jüngere, gut ausgebildete Mitarbeiter angesichts der unsicheren Perspektive das Unternehmen nun vorzeitig verlassen werden und so das Ende der Werkstatt noch schneller kommt. „Die Frage ist, wie lange wir dann noch arbeitsfähig sind, wenn unsere Spezialisten weggehen.“

Von Torsten Gellner

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