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BER-Chef Mühlenfeld bleibt vorerst im Amt

Aufsichtsrat vertagt Entscheidung BER-Chef Mühlenfeld bleibt vorerst im Amt

Er war durch die Ablösung von Technikchef Marks in die Kritik geraten. Doch der vom Bund und Berlin angestrebte Rauswurf des BER-Geschäftsführers scheitert am Widerstand Brandenburgs. Der Aufsichtsrat ging in der Nacht zu Donnerstag ohne Ergebnis auseinander.

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Mühlenfeld steht in der Kritik

Quelle: dpa

Schönefeld. Die Führungskrise bei der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft bleibt trotz eines mehrstündigen Krisentreffens zunächst ungelöst. Der Aufsichtsrat ging in der Nacht zu Donnerstag ohne Ergebnis auseinander, wie das Unternehmen mitteilte. Das Kontrollgremium will seine Beratungen über die Zukunft von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Montag fortsetzen. Seine Ablösung scheiterte am Widerstand Brandenburgs.

Der Bund und Berlin wollen Mühlenfeld entlassen, weil er auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER Personalentscheidungen gegen den Willen des Aufsichtsrats getroffen hatte. Es ist jedoch unklar, ob Mühlenfeld dabei Regelverstöße beging. Der Bund und Berlin sehen aber das Vertrauensverhältnis erschüttert.

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen war auch eine Mehrheit der Arbeitnehmervertreter im dem Gremium zu einem Rauswurf Mühlenfelds bereit. Berlin schlug vor, dass der Flughafenkoordinator der Senatskanzlei, Engelbert Lütke Daldrup, vorübergehend die Geschäfte führt, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden wird. Dies hätten die Vertreter Brandenburgs aber abgelehnt, hieß es.

Hinter diesen Jalousien wurde bis in die Nacht beraten

Hinter diesen Jalousien wurde bis in die Nacht beraten.

Quelle: dpa

Der Bund verlangte eine Sondersitzung

Die Länder Berlin und Brandenburg und der Bund sind gemeinsam Inhaber des Unternehmens, das den skandalträchtigen neuen Berliner Großflughafen baut. Nach neuen Verzögerungen auf der Baustelle hatte Mühlenfeld in der vergangenen Woche den Bauleiter ausgewechselt. Auf Technikchef Jörg Marks folgte der Ex-Bahn-Manager Christoph Bretschneider - obwohl die Flughafen-Eigner dagegen waren. Der Bund verlangte daraufhin die Sondersitzung.

Offenbar gab es im Aufsichtsrat auch Stimmen für eine Rückkehr Marks’. Er ist formell noch nicht entlassen, sondern zunächst nur freigestellt. Zudem soll auch über eine Ablösung von Finanzchefin Heike Fölster diskutiert worden sein.

Differenzen gab es auch über die Aussage des Flughafenchefs, Berlin sei über die Nachfolger-Suche informiert gewesen. Die Senatskanzlei widersprach dem. Bretschneider wurde auf Honorarbasis angeheuert. Ab einem Gesamthonorar von 120.000 Euro im Jahr muss dies vom Aufsichtsrat abgesegnet werden.

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Am Skandalflughafen BER in Schönefeld stand das Personalkarussell in den vergangenen Jahren nicht still. Diese Herren hat der Flughafen bereits verschlissen. Kriegen Sie noch alle Ex-Technikchefs und -Aufsichtsräte zusammen?

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„Der Fisch stinkt immer vom Kopf her“

Der Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf hatte im Vorfeld der Sondersitzung seine Kritik auf Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) gerichtet, den Regierenden Bürgermeister der Hauptstadt: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.“ Müller werde immer wieder von Problemen bei dem Projekt überrollt. „Ständige Personalwechsel und dadurch bedingte monate- bis jahrelange Unterbrechungen im Baufortschritt müssen der Vergangenheit angehören“, forderte Graf.

Eröffnung ist bereits fünfmal verschoben worden

Die Eröffnung des Flughafens war seit dem Baubeginn 2006 schon fünf Mal verschoben werden, das Projekt ist inzwischen mehr als fünf Jahre im Verzug. Grund sind Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel. Die Baukosten stiegen seit dem ersten Spatenstich von 2 auf 6,5 Milliarden Euro, wobei ein Teil davon auf Erweiterungen entfällt.

Von MAZonline

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