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BER-Chef holt sich Berater für 2000 Euro pro Tag

Geldverdienen am Flughafen BER-Chef holt sich Berater für 2000 Euro pro Tag

Für Baufirmen ist die Dauerbaustelle des neuen Flughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) eine Goldgrube. Auch für externe Berater fällt bei dem Milliardenprojekt noch genügend Geld ab. BER-Chef Lütke Daldrup (SPD) heuerte nun einen alten Parteigenossen an: Ex-SPD-Sprecher Lars Kühn kommt für einen Tagessatz von 2000 Euro.

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BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup (SPD).

Quelle: dpa

Potsdam. Das nächste Desaster auf der Dauerbaustelle BER kommt bestimmt. Um hierfür besser gerüstet zu sein, hat der neue Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach Informationen der „Bild am Sonntag“ einen externen Kommunikationsberater angeheuert – für einen Tagessatz von 2000 Euro.

SPD-Mann Lütke Daldrup engagierte den ehemaligen SPD-Sprecher Lars Kühn für den Job. Er war ein enger Mitarbeiter der Ex-SPD-Vorsitzenden Gerhard Schröder und Franz Müntefering sowie Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Seit 2009 ist er als Kommunikationsberater tätig.

Aufsichtsrat ist nicht informiert

Die Beauftragung Kühns erfolgte nach Flughafenangaben „aufgrund eines Beschlusses der Geschäftsführung entsprechend der gültigen Richtlinien“. Der Vorgang dürfte auch bei der Aufsichtsratssitzung in Berlin-Tegel am Montag für Gesprächsstoff sorgen. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider sei über die teure Personalie nicht informiert worden, hieß es.

Der Vorgang weckt Erinnerungen an Ex-Flughafenchef Karsten Mühlenfelds Anwerbung des früheren Bahn-Managers Christoph Bretschneider Anfang des Jahres. Bretschneider sollte den Bau voranbringen – für 1400 Euro Tagessatz. Letztlich stolperte Mühlenfeld über diese Personalie, obschon Bretschneiders Aufgabe als Technikchef für die BER-Eröffnung von zentralere Bedeutung gewesen sein dürfte als etwaige Kommunikationsdefizite der Flughafengesellschaft FBB. Der Vertrag mit Bretschneider wurde wieder aufgehoben.

BER-Kontrolleure beraten über Finanzen

Vor der Aufsichtsratssitzung mehren sich die Signale, dass auch eine Eröffnung des Pannen-Airports im Jahr 2018 schwierig werden dürfte. Denn die Bauarbeiten im Terminal werden sich noch bis Ende dieses Jahres hinziehen. Die defekten Brandschutztüren, die eigentlich zum Jahreswechsel 2016/2017 hätten fertig sein sollen, werden nach jetzigem Stand erst im Spätsommer fertig. Einen neuen Termin will Lütke Daldrup aber erst im Sommer nennen.

Auch die Finanzlage der FBB beschäftigt am Montag den Aufsichtsrat des Staatsunternehmens. Finanzchefin Heike Fölster wird dem Kontrollgremium den Jahresabschluss präsentieren. Obwohl immer mehr Menschen von den Flughäfen Tegel und Schönefeld fliegen, dürfte die Bilanz durchwachsen ausfallen. Grund sind die Belastungen durch den problembehafteten Bau des neuen Hauptstadtflughafens.

Die BER-Kontrolleure wollen auch über einen Ausbau des Flughafens nach 2025 beraten. Lütke Daldrup soll erste Ideen dazu vortragen. Denn die Passagierzahl hat sich in zehn Jahren nahezu verdoppelt und im vergangenen Jahr rund 33 Millionen erreicht.

Von Torsten Gellner

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