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Brandenburg BER-Eröffnung 2017? „Dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer“
Brandenburg BER-Eröffnung 2017? „Dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer“
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21:16 15.02.2016
Karsten Mühlenfeld, BER-Chef. Quelle: dpa
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Potsdam

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sind seine Hände wichtig. Deswegen will er immer noch keine Garantie abgeben, ob der Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) tatsächlich im zweiten Halbjahr 2017 an den Start gehen kann. Er glaube daran, dass der Termin zu erreichen ist, aber: „Ich werde meine Hand dafür nicht ins Feuer legen“, sagte er am Montagnachmittag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Tegel. Ähnlich zurückhaltend und auf die Unversehrtheit seiner Hände bedacht hatte er sich vor knapp einem Jahr geäußert, als er die Nachfolge von Flughafenchef Hartmut Mehdorn angetreten hatte und nach einer Termingarantie gefragt wurde.

Die Themen des Kontrollgremiums, das wegen schwerer Aufsichtsmängel scharf vom Landesrechnungshof gerügt worden war, waren die altbekannten: Flughafenfinanzen, Baufortschritt, Schadenersatzklagen. Und auch bei der Terminplanung herrscht Kontinuität: Der Zeitplan wackelt weiter.

Der eigentliche Bau sollte eigentlich im März abgeschlossen sein

Ursprünglich enthielt die Agenda bis zur Flughafeneröffnung einen großzügigen Puffer von sechs Monaten. Rein baulich sollte der neue Airport in diesem März fertiggestellt sein, im Anschluss sollte das Abnahme- und Probebetriebsprozedere starten. Doch Ende 2015 war der Puffer bereits auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Und die Abgabe des sogenannten fünften Nachtrags zur Baugenehmigung – die wichtigste Grundlage zum Umbau der Entrauchungsanlage – sollte im Januar erfolgen. Auch das hat sich verzögert, erst am Montag transportierte ein Kleinlaster Dutzende Kisten mit mehreren Tausend Seiten Planungsunterlagen zum zuständigen Bauordnungsamt nach Königs Wusterhausen. „Wir sind ganz gut vorangekommen“, sagte Mühlenfeld.

Meditation soll Fluglärm lindern

Das Schallschutzprogramm des Flughafens ist umstritten, vor allem, weil es zunächst deutlich unterdimensioniert war. Nun nähert man sich dem Fluglärm noch aus einer ganz anderen Perspektive. Entspannung, Ruhe, Gelassenheit - das sind Schlagworte, denen Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens nun ausgerechnet im Bürgerberatungszentrum des Airports in Schönefeld begegnen.

Die Volkshochschule Teltow-Fläming lädt Ende Februar im Beratungszentrum zum zweiten Gesundheitstag, mit Vorträgen wie „Fluglärm gleichgültig? Wie gehe ich damit um?“ und „Meditieren beruhigt den Geist“. „Sie lernen, wie Sie mit Geräuschen, mit ablehnenden Gedanken und den zugehörigen Gefühlen von Sorge, Wut, oder Ähnliches umgehen können“, heißt es in der Ankündigung im Flughafen-Magazin „BER aktuell“.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld findet derlei Kurse für fluglärmgeplagte Anwohner nicht zynisch. „Das Angebot kommt von der Volkshochschule“, sagte er. „Aber wir unterstützen, natürlich, dass man hier Entspannungskurse machen kann.“

Vier bis acht Wochen, so hofft der Manager, braucht die Behörde, bis die Pläne geprüft und gebilligt sind. Dann können die Restarbeiten beginnen. Es sei denn, die Behörde ist mit den Plänen nicht zufrieden. Dann muss der Nachtrag noch einmal nachgebessert werden, der Puffer schmölze weiter.

Letzte Baugenehmigung wird für Juli erwartet

Bei 59 Prozent steht derzeit der Fortschritt bei der Beseitigung der unzähligen Flughafenmängel. Wenn der fünfte Nachtrag abgearbeitet ist, steigt der Baufortschritt um weitere drei Prozent, erklärte Mühlenfeld. Die letzte Baugenehmigung erwartet Mühlenfeld für Juli.

Die Entscheidung der EU-Kommission über die bereits beschlossene weitere Finanzspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro aus der öffentlichen Hand lässt auch weiter auf sich warten. Der Berliner Regierungschef und Aufsichtsratsvorsitzende Michael Müller (SPD) erwartet eine Entscheidung der EU, welche die Beihilfe genehmigen muss, bis Ende März. Die Signale aus Brüssel seien positiv, meint er. „Wir haben keine Hinweise, dass es Probleme geben könnte“, sagt Müller.

Im Streit mit der Deutschen Bahn wegen einer millionenschweren Schadenersatzklage sucht der Flughafen einen Vergleich. „Wir werden in Verhandlungen treten“, sagt Mühlenfeld.

Alter Airport ist nötig, um Passagier der Billig-Airlines abzufertigen

Der Streit um das künftige Regierungsterminal schwelt derweil weiter. Die Bundesregierung will, dass spätestens fünf Jahre nach der Eröffnung des BER die Staatsgäste im neuen Protokollbereich einchecken können. Der Regierungsflughafen soll im Bereich des alten Schönefelder Airports entstehen. Vorübergehend müssten die Staatsgäste in einem Interimsbau empfangen und verabschiedet werden. Doch Mühlenfeld braucht den alten Airport, um dort Passagiere von Billig-Airlines abfertigen zu können. Denn wegen des ungebremsten Passagierwachstums werden die Kapazitäten des neuen Flughafens alleine nicht ausreichen. Im Januar starteten und landeten zwei Millionen Passagiere in Schönefeld und Tegel - ein deutlicher Zuwachs von fast 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bis spätestens 2022 – darauf pocht der Bund – soll der Nordpier des BER-Terminals verlängert werden, um dort die Billigfluglinien abzufertigen und den alten Schönefelder Airport für die Staatsgäste freizuräumen. Auch hier reagierte Mühlenfeld zurückhaltend: „Wir schauen, ob wir die fünf Jahre einhalten können oder nicht. Aber die Physik können wir nicht besiegen.“

Von Torsten Gellner

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