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BER-Eröffnung in weiter Ferne

Hängepartie dauert an BER-Eröffnung in weiter Ferne

Noch nicht einmal der Zeitplan für den Zeitplan steht: Vor Jahresende wird die Öffentlichkeit wohl nicht erfahren, wann der nächste Eröffnungstermin für den Pannenflughafen BER ansteht. Außerdem soll es weniger Parkhäuser am Terminal geben – der Platz wird für den Abfertigungsbetrieb benötigt.

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BER-Terminal im Wartezustand.

Quelle: Ulrich Wangemann

Potsdam. Für den immer noch nicht eröffneten neuen Flughafen BER wird es wohl auch 2017 noch kein konkretes Eröffnungsdatum geben. Nach Aussagen von BER-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider könne ein Stichtag vor Ende des Jahres nicht genannt werden. Zu gravierend seien die Probleme auf der Baustelle. So sei etwa die Planung für die neu konzipierte Sprinkleranlage noch nicht fertig.

Der BER sollte eigentlich 2011 in Betrieb gehen, immer wieder wurde der Termin hinaus geschoben. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, seit März 2017 im Amt, strebt eine Eröffnung 2018 an. Die Zeit dafür ist aber sehr knapp. Das Unternehmen wollte sich möglichst noch in diesem Sommer festlegen – daraus wird jetzt wohl nichts.

Flughafenchef: „Baldmöglichst Klarheit“

Lütke Daldrup sagte dazu nach Angaben eines Sprechers: „Es bleibt beim Ziel, baldmöglichst Klarheit zu den Terminen am BER zu schaffen.“ Eine wesentliche Voraussetzung seien belastbare Vereinbarungen mit Baufirmen und Dienstleistern. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck.“ Das „Flughafendesaster setzt sich endlos fort“, kommentiert CDU-Fraktions- und Parteichef Ingo Senftleben die Äußerung Bretschneiders. Sarkastisch reagierte Grünen-Fraktionschef Axel Vogel auf den erneuten Aufschub: „Alles andere hätte mich überrascht.“ Es stehe noch nicht einmal der Zeitplan für den Zeitplan.

Der BER ist viel zu klein geplant

Gleichwohl will Lütke Daldrup dem Aufsichtsrat an diesem Freitag Grundzüge eines Masterplans vorstellen, nach dem der drittgrößte deutsche Flughafen nach 2025 erweitert werden soll. Hintergrund ist das rasante Wachstum des Berliner Luftverkehrs. Obwohl der Neubau seit Baubeginn 2006 schon deutlich erweitert wurde, reicht er mit einer Terminalkapazität von höchstens 27 Millionen Passagieren im Jahr für die erwarteten Passagierzahlen nicht aus – 2017 flogen von den aktiven Flughäfen Tegel und Schönefeld schon 33 Millionen Menschen.

Die Terminal-Erweiterung frisst Parkhaus-Baugrund

Das alte Schönefelder Terminal für bis zu zwölf Millionen Fluggäste soll deshalb noch einige Jahre in Betrieb bleiben. Zudem soll in drei Jahren am Neubau ein Zusatzterminal für sechs Millionen Passagiere in Betrieb gehen – in einfacher Industriebauweise, damit es schneller und unkomplizierter fertig wird als das Hauptterminal. Auf diesen einfachen Standard hat sich Lütke Daldrup auch für den Ausbau danach festgelegt, den er in seinem Masterplan skizzieren will. Nach Senatsangaben könnten weitere Abfertigungskapazitäten an Parkhaus-Standorten vor dem Terminal entstehen. Rund um den Willy-Brandt-Platz in der sogenannten „Airport City“ vor dem Terminal stehen drei Parkhäuser, es gibt Platz für drei weitere. Diese Freiflächen stehen nun mutmaßlich zur Disposition. Das jedenfalls deutete der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD), mit Blick auf den Masterplan an.

Flughafenexperte Faulenbach: „Parkhäuser gehören abgerissen“

Der unabhängige Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa – er wird am Montag im Potsdamer BER-Untersuchungsausschuss als Experte gehört – hält die Parkhäuser im Umfeld des Terminals generell für deplatziert. „Sie gehören dort nicht hin, ich hoffe, sie werden abgerissen“, so Faulenbach da Costa. Viel zu nah am Terminal erbaut, nähmen sie dem Flughafen seine natürlichen Erweiterungsflächen. Dass bestehende Parkhäuser abgerissen werden, hält Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) für unwahrscheinlich. Er sagt aber mit Hinblick auf möglicherweise gestrichene Parkhauskapazitäten: „Parkplätze sind ausgesprochen wichtig an dem Flughafen.“

Von Burkhard Fraune und Ulrich Wangemann

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