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Brandenburg BER-Flughafen soll in vier Phasen wachsen
Brandenburg BER-Flughafen soll in vier Phasen wachsen
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22:12 28.08.2017
Quelle: dpa
Potsdam/ Berlin

Der Airport in Schönefeld ist wegen der stark steigenden Passagierzahlen zu klein geraten und soll deshalb in vier Phasen Schritt für Schritt wachsen. So sieht es ein Masterplan vor, den Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag vier Wochen vor einem Berliner Volksentscheid über einen Weiterbetrieb des Altflughafens in Tegel vorstellte.

Er will die Kapazität bis 2035 von jetzt 22 Millionen Fluggästen im Jahr auf 55 Millionen erhöhen. Dafür sollen 2,3 Milliarden Euro investiert werden. Wann in dem krisenbehafteten Neubau die ersten Passagiere einchecken, steht jedoch noch nicht fest.

Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme haben seit 2011 jeden Eröffnungstermin zunichte gemacht. Ein Start vor 2019 gilt als unwahrscheinlich. Lütke Daldrup will in diesem Jahr einen Eröffnungstermin nennen.

Ein Rahmenterminplan gehe den Baufirmen in dieser Woche als Vorgabe zu, kündigte er an. Nach seinen Worten wird noch bis Mai an der Sprinkleranlage gearbeitet, daran schließen sich Sachverständigenprüfungen und ein Probebetrieb an.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag. Quelle: dpa

Die Ausbauplanung beginnt trotzdem schon, denn von den Altflughäfen in Berlin-Tegel und Schönefeld flogen im vergangenen Jahr bereits rund 33 Millionen Menschen - mehr als der Neubau fassen kann.

Nach dem Masterplan erhält das neue Terminal zunächst Anbauten für weitere Gepäcksortieranlagen. Zusammen mit dem schon beschlossenen Zusatzterminal würde die Kapazität bis 2021 auf 33 Millionen Fluggäste steigen.

Hinzu kommt Platz für rund 12 Millionen Passagiere im benachbarten alten Schönefelder Terminal, das wegen der Engpässe nach dem Start des BER zunächst in Betrieb bleiben soll. Tegel soll dann geschlossen werden.

In den späteren Phasen des Ausbau-Masterplans soll es auch ein zweites großes Abfertigungsgebäude gegenüber dem BER-Hauptterminal geben sowie ein Satellitengebäude auf dem Vorfeld. Am 15. September tagt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft.

Am Tag der Bundestagswahl am 24. September gibt es in Berlin einen Volksentscheid über den Flughafen Tegel. Die Berliner stimmen dabei über einen Appell an den Senat ab, sich für eine Offenhaltung Tegels einzusetzen. Der Volksentscheid wird von FDP, CDU und AfD in Berlin unterstützt, die unter anderem ins Feld führen, dass der neue Flughafen zu klein sei. Der rot-rot-grüne Senat beharrt auf der Schließung Tegels (TXL).

Lütke Daldrup warnte vor einer langen Hängepartie um den Airport Tegel nach dem Volksentscheid im September. Unsicherheit in dieser Frage könne das Unternehmen nicht gebrauchen. „Deshalb mein Appell an die Eigentümer, schnell zu einer Entscheidung zu kommen.“

Lütke Daldrup warnte erneut vor hohen Kosten und rechtlichen Risiken, sollte Tegel offen bleiben. Von den BER-Ausbaukosten von 2,3 Milliarden Euro sind demnach 700 Millionen Euro schon im bisherigen BER-Budget enthalten.

Merkel widerspricht Berliner CDU

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich von ihren Berliner Parteifreunden distanziert und sich gegen eine Offenhaltung des Flughafens Tegel ausgesprochen. Sie sagte im Sommerinterview der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, die Schlagzeile „Merkel sagt Ja zu Tegel – Altberliner Flughafen soll offen bleiben“ werde es nicht geben. „Die Rechtssituation ist eine andere“, sagte sie.

Damit widerspricht sie nicht nur ihrem Verkehrsminister Aleander Dobrindt (CSU), sondern auch dem Berliner Landesverband der CDU, der mit dem Ja zu Tegel offensiv Wahlkampf macht und den anstehenden Volksentscheid am 24. September unterstützt. Daran will die Berliner CDU auch festhalten, wie Generalsekretär Stefan Evers gestern betonte: „Die Kanzlerin hat die geltende Rechtslage beschrieben, und zwar zutreffend. Aber diese Rechtslage kann man ändern“, sagte er. Wenn der Volksentscheid zugunsten der Offenhaltung Tegels ausgehe, seien Berlin und Brandenburg am Zug, diese Rechtslage zu ändern, sagte Evers.

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja kritisierte, Merkel sei „in ihrer politischen Agenda so wechselhaft wie dieser Sommer“. Während die Kanzlerin die Schließung thematisiere, kämpfe ihre Kulturstaatsministerin Monika Grütters als Landesvorsitzende der Berliner CDU für eine Offenhaltung. Im November will sich der Aufsichtsrat mit den rechtlichen Fragen eines Weiterbetriebs befassen.

Von Burkhard Fraune

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