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Baaske (SPD) gibt CDU Mitschuld an Abi-Panne

Bildung Baaske (SPD) gibt CDU Mitschuld an Abi-Panne

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat der oppositionellen CDU indirekt eine Mitschuld an der diesjährigen Panne beim Mathe-Abitur gegeben. Wie das? Die CDU hat sich einst dafür stark gemacht, dass Brandenburgs Schüler mehr Leistungskurse belegen müssen, aber mit weniger Stunden pro Fach. „Das war der entscheidende Punkt“, so Baaske.

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Beim Mathe-Abi ging in Brandenburg einiges schief.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat der oppositionellen CDU indirekt eine Mitschuld an der diesjährigen Panne beim Mathe-Abitur gegeben. Die geringere Stundenzahl beim märkischen Mathe-Unterricht sei seinerzeit von der CDU gefordert und unterstützt worden, erklärte Baaske am Donnerstag bei einer aktuellen Stunde im Landtag. Und diese geringere Stundenzahl sei nun die Ursache für die Panne beim Mathe-Abi gewesen. „Das war der entscheidende Punkt“, sagte er.

Er zitierte aus einem Protokoll des Bildungsausschusses vom März 2008, kurz vor der damaligen Oberstufenreform. Darin plädierte die CDU-Abgeordnete Carola Hartfelder dafür, dass märkische Schüler mehr Leistungskursfächer belegen sollen, die dafür mit weniger Wochenstunden unterrichtet werden sollten Das sei gut für eine „breite Allgemeinbildung“, so Hartfelder damals, die ausdrücklich im Namen ihrer Fraktion sprach.

Konsens: Weniger Stunden

„Es gab damals einen breiten Konsens. Die CDU kann sich da nicht rausstehlen“, erinnerte Baaske. Dieser Konsens führte dazu, dass Brandenburgs Schüler zum Mathe-Leistungskurs gezwungen wurden, aber 20 Prozent weniger Stunden hatten als ihre Berliner Altersgenossen. Künftig sollen Gymnasiasten auch in Brandenburg nur noch zwei statt fünf Leistungskurse belegen, diese aber mit jeweils fünf Stunden. Dies war bereits unabhängig von der Panne entschieden worden.

Die CDU nahm das Abi-Debakel zum Anlass für eine Kritik am bundesdeutschen Bildungsföderalismus, der zu einem „Wirrwarr an Abschlüssen, Schulformen und Stundentafeln“ geführt habe, wie Gordon Hoffmann (CDU) klagte. „Was nicht passieren darf, hat Brandenburg vorgemacht. 2600 Schüler mussten ihre Mathe-Prüfung nachschreiben, weil Brandenburg nicht in der Lage war, die Schüler vernünftig auf den neuen Stoff vorzubereiten“, erklärte er.

CDU fordert nationalen Bildungsrat

Hoffmann brachte die Einrichtung eines „nationalen Bildungsrats“ ins Spiel, in dem Bildungspolitiker aller Bundesländer neben „klugen Köpfen von Außen“ – Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten – Ideen für eine einheitliche Bildungspolitik entwickeln sollen. Derzeit blockierten sich die 16 Schulminister in der Kultusministerkonferenz gegenseitig, die Kleinstaaterei im Bildungswesen müsse beendet werden, so Hoffmann.

Doch ein entsprechender Antrag, wonach sich Brandenburg für einen solchen Bildungsrat einsetzen soll, fand keine Mehrheit. Die SPD-Abgeordnete Simona Koß warnte vor einem Zentralstaat. „Die Jahre, in denen hier ein gleichgeschalteter Föderalismus geherrscht hat, zählen nicht zu den besten“, sagte sie. Auch die Grüne Bildungsexpertin Marie Luise von Halem warnte vor einem „bundesweiten Gleichschritt“. „Bildungszentralismus löst die Probleme nicht“, sagte sie. Niemand könne eine Schullandschaft wollen, in der alle Schüler am gleichen Tag das gleiche lernen.

Absage an das Kooperationsverbot

Mit einer breiten Mehrheit und nur einigen Enthaltungen angenommen wurde ein Antrag, wonach die Landesregierung im Bundesrat eine Initiative starten soll, das sogenannte Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern bei der Bildung aufzuheben.

Da Bildung Ländersache ist, darf der Bund Bildungseinrichtungen bisher nicht direkt fördern. Laut Kathrin Dannenberg (Linke) gehört das 2006 beschlossene Kooperationsverbot deswegen dringend abgeschafft. „Es darf keine Zusammenarbeit für gute Bildung geben, obwohl alle Länder vor den gleichen Herausforderungen stehen?“, sagte sie. „Allein der Begriff macht den Irrsinn deutlich.“

Von Torsten Gellner

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