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Brandenburg „Babelsberg ist eine erfolgreiche Marke“
Brandenburg „Babelsberg ist eine erfolgreiche Marke“
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02:17 02.01.2016
Steven Spielberg am Set von Bridge of Spies. Quelle: 20th Century Foxskanzlei
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Potsdam

Staatssekretär Thomas Kralinski (43) ist seit 2014 Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund; er ist auch für Medien und internationale Beziehungen zuständig. Zuvor war Kralinski zehn Jahre lang Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Über seinen Tisch liefen auch die Verhandlungen im Bundesrat über die Filmförderung


Herr Kralinski, die deutsche Filmförderung war zuletzt von Kürzungsplänen bedroht, es herrschten große Unsicherheiten. Die Filmwirtschaft lief Sturm gegen die Politik. Nun endet das Jahr doch noch einigermaßen versöhnlich. Wie kam es dazu?

Thomas Kralinski: Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) wurde für die nächsten drei Jahre verbindlich auf 50 Millionen Euro festgesetzt. Darüber sind wir sehr froh. Und es gibt jetzt einen weiteren 10-Millionen-Fonds des Bundeswirtschaftsministers, der sich ausdrücklich an aufwendige Serienformate wendet, die ja immer mehr im Trend liegen. Das alles ist ein gutes Signal für den Filmstandort Deutschland, von dem gerade unsere Region profitiert.

Warum hat es Filmförderung so schwer?

Kralinski: Ich weiß es nicht und kann es mir nicht erklären. Fakt ist: Im vorigen Jahr wollten der Bundesfinanzminister und die Kulturstaatsministerin den Fonds noch auf null herunterfahren. Das konnte verhindert werden. Manche glaubten offenbar, damit würden nur die hohen Gagen von Tom Hanks oder Steven Spielberg gesichert. Doch es geht darum, auch bei großer internationaler Konkurrenz Filmproduktionen zu uns zu holen. Vor ziemlich genau einem Jahr gelang es – auch auf Antrag Brandenburgs – im Bundesrat, dass der Filmförderfonds noch einmal um 10 Millionen Euro erhöht und dann verstetigt wird. Es stehen jetzt insgesamt rund 60 Millionen Euro für die Filmförderung zur Verfügung, mehr als bislang. Damit können 2016 auch mehr Produktionen in die Region geholt werden.

Wie kann der Filmstandort Brandenburg davon profitieren?

Kralinski: Wird ein Film gedreht, bedeutet das nicht nur Jobs und Steuern. Es gibt auch einen unschlagbaren Regionaleffekt: In Berlin und Brandenburg führt jeder Euro Filmförderung zu fünf Euro Produktionsausgaben. So eine Rendite erbringt Wirtschaftsförderung in anderen Industriezweigen nicht immer. Darüber hinaus ist eine Serie wie „Homeland“, die in großen Teilen in Brandenburg gedreht wurde, weltweit ein einzigartiges Aushängeschild für unsere ganze Region.

Von den Filmproduktionen und dem Star-Glamour profitiert in der Region aber vor allem Berlin. Befürchten Sie nicht, dass sich der Imagegewinn für Brandenburg in Grenzen hält?

Kralinski: Nein, das denke ich nicht. Der Filmstandort Babelsberg ist eine erfolgreiche und bekannte Marke. Wenn eine amerikanische Serie wie „Homeland“ hier gedreht wird, spricht sich das herum, und auch andere wollen an diesem Ort produzieren. Deshalb ist Filmförderung keine Subvention, sondern eine aktive Investition. Ich sage aber auch: Wir sollten dieses Pfund noch besser vermarkten.

Wie soll das konkret aussehen?

Kralinski: In London wird schon am Flughafen dafür geworben mit Broschüren „Film ist Great (Britain)“. Da können Filmdrehorte und Filmkulissen besucht werden – von Harry Potters Hogwarts bis ins Schloss von Downton Abbey. Das ist ein richtiger Tourismuszweig. Warum soll das nicht auch bei uns gehen? Wir sollten da bei der Vermarktung unserer Filmstandorte unbedingt eine Schippe drauf legen. In Brandenburg wird doch überall gedreht – von Spree-Neiße bis in die Uckermark.

Das deutsche Filmfördermodell steht 2016 auf dem Prüfstand. Es gibt Stimmen, die eine gründliche Reform verlangen. Sollte es geändert werden?

Kralinski: Zunächst gilt, was ich gesagt habe: Ich bin sehr zufrieden mit den jetzt gefundenen Lösungen. Das ist ein wirklicher Durchbruch. Zu Ihrer Frage nur so viel: In Großbritannien etwa sind Produktionen zu einem festen Prozentsatz steuerlich abzugsfähig – ohne Deckelung. Das erhöht die Planbarkeit für Produktionen immens. Ist bei uns der Topf ausgeschöpft – und das war in diesem Jahr im Juni der Fall –, gibt es eben keine Förderung mehr. Das hat schon dazu geführt, dass internationale Produktionen nach Belgien oder Tschechien abgewandert sind. Also bitte keine Denkverbote, was man auch bei uns noch besser machen kann.

Von Igor Göldner

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