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Brandenburg Schon über 20 Menschen in Brandenburg ertrunken
Brandenburg Schon über 20 Menschen in Brandenburg ertrunken
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00:21 30.07.2018
Rettungsschwimmer sind bereits seit Monaten im Einsatz. Die Badesaison startete in diesem Jahr besonders früh. Quelle: dpa
Potsdam

Der Jahrhundertsommer hat seine Schattenseiten: Zur Halbzeit der Badesaison sind in Brandenburg bereits jetzt fast so viele Menschen ertrunken wie im gesamten Vorjahr. Wie aus der am Freitag präsentierten Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) hervorgeht, sind bis zum 20. Juli bereits 19 Menschen in Seen oder Flüssen ertrunken. Im gesamten Vorjahr waren es 22 Badetote. Bundesweit sind 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor.

In der Bilanz nicht enthalten sind weitere Unfälle, die sich in Brandenburg seit dem vergangenen Wochenende zugetragen haben. Erst am Dienstag mussten Polizei und Feuerwehr die Leiche eines 84-jährigen Rentners aus Bestensee im Pätzer Vordersee (Dahme-Spreewald) bergen. Am Vorabend hatte sich ein Mann gemeldet, der an einer Badestelle des Sees herrenlose Kleidung, Badelatschen und ein Handtuch entdeckt hatte – und die Polizei alarmiert.

Nichtschwimmer mit Schlauchboot gekentert

Am Donnerstag kenterte in einem gesperrten Tagebausee bei Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) ein 26-Jähriger mit einem Schlauchboot. Der Mann – ein Afghane –wird seither vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass er ertrunken ist. Der Mann soll Nichtschwimmer gewesen sein.

Eine Zeugin sei ins Wasser gesprungen und habe vergeblich versucht, den Mann zu retten. Taucher begannen noch am Donnerstag eine Suche. Sie sollte auch am Freitag fortgesetzt werden. Der See sei an einigen Stellen zwischen 30 und 40 Metern tief und es bestehe Rutschgefahr, sagte der Polizeisprecher.

Kaum Atempausen: Viele Rettungskräfte am Limit

„Dieser Sommer ist für uns wirklich herausfordernd. Das geht mittlerweile an die Substanz“, sagte der Einsatzleiter des DLRG-Landesverbands, Jens Serbser. Auch er geht davon aus, dass es in diesem Sommer deutlich mehr Badeunfälle geben wird als im Vorjahr.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Badetoten um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Rückgang war damals auch mit dem vergleichsweise feuchten Sommer erklärt worden. In diesem Jahr dagegen begann das Badewetter außergewöhnlich früh. Viele Rettungskräfte sind deswegen bereits außergewöhnlich lange im Dienst.

In Berlin zählte die DLRG bis dato sieben Ertrunkene, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 16. Die meisten Opfer gab es demnach bislang in Bayern mit 45 Toten.

Dass an der Ostsee weniger Menschen ertrinken als im Brandenburger Binnenland, hat laut DLRG damit zu tun, dass die Strände an der Ostsee überwacht sind, während an den meisten Seen und Flüssen in Brandenburg keine Rettungsschwimmer sind.

Von Torsten Gellner und Ansgar Nehls

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