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Brandenburg Bahn will 27 Frachtbahnhöfe schließen
Brandenburg Bahn will 27 Frachtbahnhöfe schließen
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08:45 18.05.2016
Der Güterbahnhof Seddin. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Rotstiftpläne von Bahnchef Rüdiger Grube drohen in Brandenburg zur Schließung vieler Frachtbahnhöfe und dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze zu führen. Eine bisher vertrauliche Streichliste des Staatskonzerns sieht vor, dass 27 kleinere Verladestellen im Land bereits zum Jahresende komplett geschlossen werden sollen. Weitere vier Logistikstandorte will die Deutsche Bahn nur noch bei Bedarf bedienen, an fünf Güterverkehrsstellen soll die Bedienung eingeschränkt werden, heißt es in dem Papier, das der MAZ vorliegt.

Sogar Güterverkehrszentrum betroffen

Unter anderem stehen Verladestellen am Brandenburger Hauptbahnhof, in Eisenhüttenstadt, in Ferch-Lienewitz, Ketzin Mülldeponie oder Frankfurt (Oder) auf der Streichliste. Sogar am Güterverkehrszentrum Wustermark soll es zu Einschnitten kommen.

Die Kürzungspläne bei der Bahntochter DB Cargo sorgen seit Monaten für große Unruhe im größten deutschen Staatskonzern und Proteste bei Betriebsräten und Gewerkschaften. Europas größte Güterbahn fährt seit fünf Jahren Verluste ein. Deshalb sollen bundesweit mindestens 215 der noch 1500 Verladestationen geschlossen und wenigstens 2100 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere 53 Logistikstandorte sollen nur noch bei Bedarf bedient und an 101 Bahnhöfen die Bedienung reduziert werden. Zunächst war sogar die Schließung jedes dritten Standorts geplant.

Ostdeutschland besonders betroffen

Die Kürzungspläne betreffen besonders Ostdeutschland, wie die Streichliste und weitere interne Strategiepapiere beweisen. Allein in Berlin und Brandenburg sollen insgesamt 33 Frachtbahnhöfe geschlossen werden, das wäre mehr als ein Siebtel aller Stationen, die vor dem Aus stehen. In Mecklenburg-Vorpommern sollen elf Verladestellen dicht gemacht werden, in Sachsen 18, in Sachsen-Anhalt 13 und in Thüringen fünf. Allein in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt DB Cargo rund 1400 Arbeitsplätze.

Betriebsrat Thomas Pfarr hat die Kürzungspläne bereits scharf als „Irrweg“ kritisiert, da künftig noch mehr Güter klimaschädlich über die Straße rollen würden. Die DB-Spitze räumt in einem internen Strategiepapier sogar ausdrücklich ein, dass die „Verlagerung auf Lkw“ zu den „alternativen Bedienkonzepten“ gehören soll. Unter dem Dach des Staatskonzerns fährt mit der DB Schenker auch die größte Lkw-Spedition Europas.

Von Thomas Wüpper

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