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Bahn zieht die Preise im Nahverkehr an

Zugfahren wird teurer Bahn zieht die Preise im Nahverkehr an

Im Fernverkehr verzichtete die Bahn zuletzt auf Preiserhöhungen, weil die Fernbusse ihr mächtig Konkurrenz machen. Doch im Regionalverkehr wird es ab Mitte Dezember teurer. Die Bahn zieht die Preise nach MAZ-Informationen zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 2,7 Prozent an.

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Bahnfahren im Regionalverkehr wird teurer.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Regionalverkehr wird Bahnfahren für Pendler und Reisende erneut teurer. Die Deutsche Bahn erhöht die Preise in den roten Nahverkehrszügen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Schnitt um 2,7 Prozent. Für Sparangebote wie einige Ländertickets muss ebenfalls mehr bezahlt werden. Das geht aus internen schriftlichen DB-Informationen für den Vertrieb hervor, die unserer Redaktion exklusiv vorliegen.

Spürbar höhere Fahrpreise ergeben sich demnach für viele Bahnfahrer durch eine Änderung des Preissystems im Nahverkehr. Bisher erhöhen sich die Ticketpreise in Stufen, künftig wird wie zu Bundesbahnzeiten wieder kilometergenau gerechnet. Dadurch würden bei Einzel- und Zeitkarten „für den Kunden nicht nachvollziehbare Preissprünge reduziert“, räumt der Staatskonzern selbst ein.

Das Preissystem soll gerechter werden

Ein Beispiel: Bisher zahlt man für eine 15 Kilometer lange Fahrt im Regionalzug 3,80 Euro, für eine 16 Kilometer lange Fahrt dagegen 4,50 Euro. Ab 11. Dezember kostet die kürzere Fahrt 4,10 Euro, also 30 Cent oder fast acht Prozent mehr. Der Preis für die 16 Kilometer bleibt gleich, der Abstand verringert sich also. „In Summe wird das Preissystem für die Kunden gerechter“, argumentiert die DB, teilt aber gleichzeitig mit, dass durch diese „Strukturanpassung“ die Ticketpreise im Schnitt um 2,7 Prozent steigen. Das gelte auch für Zeitkarten, die besonders Pendler häufig nutzen. Auch bei beliebten Sonderangeboten im Nahverkehr wie den Ländertickets müssen sich Bahnfahrer auf höhere Preise einstellen.

Die Bahn entscheidet nicht allein

Die Preise im Nahverkehr der Deutschen Bahn steigen bereits seit 13 Jahren kontinuierlich zum jeweiligen Fahrplanwechsel im Dezember. In diesem Jahr hatte der Konzern die Fahrpreise in den Regionalzügen um im Schnitt zwei Prozent erhöht. Allerdings bestimmt die Deutsche Bahn nur für ein Fünftel aller Nahverkehrsfahrten selbst die Preise. Auf dem Großteil der Strecken entscheiden kommunale Verkehrsverbünde über die Tarife, die im Schnitt zuletzt teils noch stärker stiegen als die DB-Preise.

Fernverkehr: Preisentwicklung noch offen

Noch offen sind die neuen Fahrpreise im Fernverkehr. Wegen der massiven Konkurrenz durch Fernbusse hatte die DB für 2016 auf die sonst üblichen Preiserhöhungen für ICE-, IC- und EC-Züge verzichtet und zudem viele Billigtickets schon ab 19 Euro angeboten. Das brachte zwar einen Fahrgastrekord im ersten Halbjahr, aber auch schrumpfende Renditen für den Tranportriesen, der voriges Jahr einen Milliardenverlust verbuchte.

Bis 2020 will der Staatskonzern laut internen Papieren der DB Fernverkehr, die dieser Redaktion vorliegen, Zuschläge von 1,9 bis 2,9 Prozent pro Jahr durchsetzen. Ob das gelingt, daran gibt es aber auch intern Zweifel. Eine schwächere Konjunktur und eigene Qualitätsmängel könnten die geplanten Preismaßnahmen „negativ beeinflussen“, heißt es in den Unterlagen.

Von Thomas Wüpper

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