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Brandenburg Bahnunglück: Brandenburger saß im Cockpit
Brandenburg Bahnunglück: Brandenburger saß im Cockpit
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17:29 11.02.2016
Bei dem Zugunglück sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
Potsdam

Unter den zehn Todesopfern des Zugunglücks im oberbayerischen Bad Aibling ist ein Mann aus Brandenburg. Es soll sich um einen 38 Jahre alten Lokführer aus Spremberg (Spree-Neiße) handeln. Er hinterlässt eine Frau und eine kleine Tochter, wie eine Freundin der Familie in einer von ihr gegründeten Facebook-Gruppe schrieb, in der sie um Spenden für die Hinterbliebenen bittet. Nach Informationen des RBB soll der Spremberger den Zug nicht selbst gesteuert, sondern als Begleiter im Cockpit gesessen haben.

Die Angaben sind offiziell noch nicht bestätigt. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hatte am Donnerstagnachmittag mitgeteilt, dass ein 38-Jähriger aus dem Spree-Neiße-Kreis bei dem Unglück ums leben kam. Der Mann ist am Mittwoch als bislang letztes Opfer identifiziert worden.

Die den anderen neun Todesopfer sind Männer im Alter von 24 bis 60 Jahren, die aus der Region Oberbayern stammen. Bei dem Zusammenstoß zweier Personenzüge wurden nach aktuellem Stand 21 Menschen schwer und 62 weitere leicht verletzt. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter ist laut Polizei nach wie vor ernst.

Trauergesteck am Bahnhof von Bad Aibling. Quelle: dpa

Trauer in Spremberg

„Wir sind alle erschüttert“, sagte Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) am Donnerstag. Sie werde mit Fingerspitzengefühlt das Gespräch mit der Familie suchen. In ihrem Amt als Bürgermeisterin wolle sie alles daran setzen, der Familie zu helfen, sagte Herntier.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) reagierte tief bestürzt auf die Nachricht. Er trauere mit den Hinterbliebenen des Brandenburger und natürlich auch der anderen Opfer, hieß es am Donnerstag aus der Staatskanzlei.

Am Donnerstag ist die Unglücksstelle untersucht worden

Die Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück in Bad Aibling kommen nur langsam voran - auch die Ermittlungen nach der Ursache der verheerenden Kollision sind noch lange nicht am Ende. Während die Experten am Donnerstag Signale untersuchen, Beteiligte befragen und die Wracks auseinanderzogen, steht für die Betroffenen die psychische Bewältigung der Katastrophe im Vordergrund.

Der Betreiber der betroffenen Mangfalltalbahn rief für Donnerstagmittag um 12 Uhr zu einer Schweigeminute auf. In allen Bahnen und Bussen des französischen Mutterkonzern Transdev und seinen Tochterunternehmen weltweit sollte innegehalten werden. Für das Wochenende ist in Bad Aibling zudem ein ökumenischer Gottesdienst geplant, ein weiterer speziell für die Rettungskräfte soll folgen.

09. Februar 2016: Bei einem der schlimmsten Zugunglücke der vergangenen Jahre sind am Dienstag in Bad Aibling mindestens 10 Menschen ums Leben gekommen. Auf einer eingleisigen Strecke krachten zwei Züge frontal zusammen. Den Helfern boten sich vor Ort schreckliche Bilder. Viele Verletzte mussten mit einem Hubschrauber geborgen werden.

Das Zugunglück von Bad Aibling ist eines der schlimmsten der vergangenen Jahre. Warum die zwei Züge auf der eingleisigen Strecke zusammenstießen ist noch nicht endgültig ermittelt. Nach Recherchen des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch die MAZ gehört, ist die Ursache menschliches Versagen. Danach hat ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch „quasi von Hand durchzuwinken“.

Von Bastian Pauly und Christian Meyer

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