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Brandenburg Bald ist jeder zweite Lehrer ein Seiteneinsteiger
Brandenburg Bald ist jeder zweite Lehrer ein Seiteneinsteiger
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21:05 16.03.2018
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) setzt auf Seiteneinsteiger. Quelle: dpa
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Potsdam

Zeitenwende im Klassenzimmer: In Zukunft werden noch mehr Lehrkräfte ohne klassische Ausbildung in Brandenburg unterrichten. Weil der Lehrermarkt abgegrast ist, geht Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) davon aus, dass ab dem kommenden Schuljahr jede zweite neue Stelle mit einem Quereinsteiger besetzt werden muss.

Bereits zum laufenden Unterrichtsjahr konnten die 1078 neuen Posten nur mithilfe von 21 Prozent Seiteneinsteigern besetzt werden. „Wir kalkulieren mit 50 Prozent im kommenden Schuljahr“, sagte Ernst am Freitag in Potsdam.

Reaktion auf Ruhestandswelle

Weil so viele Lehrer in den Ruhestand gehen und zusätzliche Sonderpädagogen für Kinder mit besonderem Förderbedarf benötigt werden, müssen bis 2024 jedes Jahr rund 1000 zusätzliche Kräfte eingestellt werden. Danach sinkt die Zahl der nötigen Neueinstellungen auf rund 600 pro Schuljahr. „Wir brauchen qualifizierte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, um die hohe Unterrichtsqualität halten und weiter ausbauen zu können“, erklärte Ernst.

Das sei im harten Wettbewerb um Pädagogen nicht unüblich. In anderen Bundesländern liege die Quote berufsfremder Lehrkräfte bereits heute zum Teil bei mehr als 50 Prozent. Als Manko will Ernst das nicht verstanden wissen. Im Gegenteil: „Mit ihrer Lebenserfahrung, ihren beruflichen und menschlichen Kompetenzen sind sie eine Bereicherung für den Schuldienst“, sagte die Ministerin.

Kritik: Lehrer werden ins kalte Wasser geworfen

Die Lehrergewerkschaft GEW hatte kritisiert, dass die neuen Kollegen quasi ins kalte Wasser geworfen würden und unterrichten müssten, während sie parallel dazu fortgebildet würden. Nun sollen die neuen Lehrer die Chance erhalten, erst vor die Klasse zu treten, nachdem sie eine dreimonatige Qualifizierung durchlaufen haben.

Brandenburg wird dabei auch von den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz der Länder abweichen, wonach Quereinsteiger zwei Fächer studiert haben sollen, um in der Schule auch zwei Fächer unterrichten zu können. Auch mit nur einem Studienfach kann man in der Mark Lehrer werden, allerdings ohne Verbeamtung.

Mehr Studienplätze

Die Landesregierung verhandelt derzeit auch mit der Universität Potsdam über mehr Studienplätze in der Lehrerausbildung. Das Ergebnis steht aber noch aus. Ministerin Ernst will nicht ausschließen, dass künftig auch an den Universitäten Frankfurt (Oder) und Cottbus Pädagogen ausgebildet werden.

Die Opposition begrüßte die bessere Qualifizierung der neuen Lehrkräfte. „Bedauerlich ist allerdings, dass bis dahin noch mal ein halbes Jahr verstreichen wird. So werden die Seiteneinsteiger, die für das nächste Schuljahr eingestellt werden, ohne diesen Kurs ins kalte Wasser geworfen“, sagte der CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann. „Das ist sehr schade, denn wenn die Bedingungen stimmen, können Seiteneinsteiger eine Bereicherung für die Schulen sein.“

Von Torsten Gellner

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