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Bankschließfächer in Brandenburg ausgebucht

Angst vor Einbrüchen Bankschließfächer in Brandenburg ausgebucht

Wer bei einer Bank ein Schließfach sucht, um dort zum Beispiel seinen Schmuck einzuschließen, muss in Brandenburg lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Bei der Sparkasse sind die 14.000 Schließfächer so gut wie ausgebucht. Der Run auf die Safes hat einen ganz bestimmten Grund, vermuten Experten.

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Klassiker im Schließfach: Goldmünzen und Schmuck.

Quelle: Foto: Fotolia

Potsdam.  Die märkischen Sparkassen und Banken verzeichnen einen Run auf ihren Tresorbereich: Wer eines der 14.000 Schließfächer der Mittelbrandenburgischen Sparkasse mieten möchte, muss sich an vielen Standorten des Unternehmens bereits in eine Warteliste eintragen. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Robert Heiduck sind die Kapazitäten „weitgehend ausgelastet“. So sind im wohlhabenden Potsdam-Mittelmark 97 Prozent der Fächer vermietet, in Potsdam liegt die Auslastung laut Kreditinstitut bei 90 Prozent. Günstig ist die Lage noch im Havelland, wo ein Drittel der gesicherten Schübe noch zu haben ist. Wer nur sein Sparbuch wegpacken will, kann schon ein Kleinstfach für 15 Euro im Jahr mieten.

„Wir können nicht überall die Nachfrage bedienen und bitten die Kunden, sich in Nachbargeschäftsstellen zu melden, wenn es keine freien Fächer mehr gibt“, sagt Sprecher Heiduck. Wo baulich möglich, wolle das Unternehmen die Schließanlagen erweitern.

Die Deutsche Bank bestätigt ebenfalls die Existenz von Wartelisten in ihren Filialen. Dabei kostet ein Schließfach, in den ein A4-Aktenordner passt, fast 60 Euro im Jahr. Für das größte Fach werden mit 144 Litern Volumen 476 Euro pro Jahr fällig. Einen Zusammenhang mit der derzeitigen Niedrigzins-Phase stellt man bei den Banken bislang nicht her. Zwar müssen die Banken für eigene Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit 0,4 Prozent Negativzins entrichten – doch diesen Strafzins fürs Sparen geben die Geldhäuser noch nicht an Privatkunden weiter.

 „Wir vermuten, dass die Nachfrage stark mit der angestiegenen Zahl der Einbrüche zusammenhängt“, sagt Sparkassensprecher Heiduck. Tatsächlich hatte die Polizei kürzlich bestätigt, dass bundesweit zehn Prozent mehr Fälle registriert wurden – diese Sichtweise teilen Alarmanlagen-Ausrüster, die im Privatkundensegment „kaum noch hinterherkommen“, wie Bernd Flanderka von der Berliner Firma Graef sagt. Sie ist stark im Speckgürtel im Einsatz.

Von Ulrich Wangemann

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