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Barbara Rütting: Fast 90 und noch eine neue Partei

Aktivistin aus Ludwigsfelde Barbara Rütting: Fast 90 und noch eine neue Partei

Sie spielte in Filmen wie „Die letzte Brücke“, schrieb Romane und zahlreiche Kochbücher, kämpfte gegen Atomwaffen und erschuf ein eigenes Brot. Mit fast 90 Jahren engagiert sich Barbara Rütting, die ursprünglich aus Ludwigsfelde kommt, noch immer politisch. Mit einer neuen Partei für Vegetarier und Veganer.

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Die Schauspielerin und Aktivistin n Barbara Rütting (89).

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Noch ist nicht klar, ob die neugegründete „V-Partei hoch drei“ zur Bundestagswahl im September auch in Brandenburg gewählt werden kann. Noch bis kommenden Montag kämpfen politische Neulinge darum, bis 17. Juli können sie es mit der nötigen Zahl Unterstützer-Unterschriften schaffen; je nach Einwohnerzahl sind das pro Bundesland 484 und 2000. Prominenteste Kämpferin für dieses Ziel der V-Partei – V wie Veränderung, Vegetarier, Veganer oder Vereint Visionen verwirklichen – ist die aus dem Ludwigsfelder Ortsteil Wietstock (Teltow-Fläming) stammende Schauspielerin, Politikerin und Tierschützerin Barbara Rütting.

Die in Bayern lebende streitbare Grande Dame wird im November 90 Jahre alt. Gegenüber der MAZ erklärt sie auf die Frage, was jemanden wie sie motiviert, nach all ihren Kämpfen für gesunde Ernährung und gegen Atommeiler nun noch Wahlkampfstrapazen auf sich zu nehmen für eine neue kleine Partei, die keine oder kaum Chancen hat in den Bundestag zu kommen, erklärt sie: „Weil es getan werden muss!“

„Warum tun sie sich das an?“

Ausschlaggebend sei folgendes gewesen: Vor drei Jahren, als sie mit 87 wieder mal an einer Blockade der in der Eifel immer noch stationierten amerikanischen Atomraketen teilnahm, wollten Polizisten sie nicht „in Gewahrsam“ nehmen, obwohl sie wie die anderen straffällig geworden war. Rütting sagt: „Einige kannten mich aus meinen Filmen, die anderen aus meinen vegetarischen Kochbüchern, wieder andere hatten Kinder, die im Tierschutz engagiert waren.“

Der Vorgesetzte wurde gerufen und habe gefragt: Aber Frau Rütting, warum tun Sie sich das denn immer noch an, Sie müssen doch schon so alt sein wie meine Mama. „Damals habe ich spontan geantwortet: Weil es getan werden muss!“ Ja und immer wieder getan werden müsse; „weil auch und gerade wir Alten nicht aufgeben dürfen, Widerstand zu leisten, wo Unrecht Recht ist, weil wir nicht nachlassen dürfen in unserem Bemühen, die Welt ein bisschen glücklicher zu machen, auch wenn es noch so hoffnungslos aussehen mag“, erklärt sie.

Zum Landesvorstand Brandenburg gehören Nicolas und Julia Kröger aus Kremmen, Renate Kricke aus Neuenhagen bei Berlin, Marek Neumann aus Zeuthen und Stefan Lieser aus Wandlitz. Für die Zulassung bei der Bundestagswahl entscheiden nach fristgerecht bei den Landeswahlleiterin eingereichten Unterschriften die Wahlausschüsse am 28. Juli.

Von Jutta Abromeit

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