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Baubranche fordert mehr Tempo bei Planungen

Bauen in Brandenburg Baubranche fordert mehr Tempo bei Planungen

Brandenburger Baufirmen geraten beim Abarbeiten von Aufträgen ins Stocken, weil in den Planungsbehörden von Land und Kommunen Fachkräfte fehlen. Der neue Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, Robert Momberg, fordert mehr Personal und Tempo bei den Planungen. „Die Bearbeitung der Anträge dauert viel zu lange“, so Momberg.

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Angesichts des gegenwärtigen Baubooms sollten die Planungen beschleunigt werden, fordert der Bauindustrieverband.

Quelle: dpa

Potsdam. Angesichts des hohen Bedarfs an neuen Wohnungen, ausgebauten Straßen und sanierten Brücken fordert die märkische Bauindustrie mehr Personal und schnellere Baugenehmigungen. „Die Bearbeitung der Anträge bei den Behörden dauert viel zu lange“, sagte Robert Momberg, neuer Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, der MAZ. Es gebe zu viele komplizierte Regelungen und zu wenig Personal in den Bauplanungsämtern der Kommunen, so Momberg. Zudem behinderten unterschiedliche Bauordnungen der Länder eine rasche Auftragsvergabe. Eine weitgehende Vereinheitlichung wäre von großem Vorteil. Momberg leitet gleichzeitig den Schwesterverband Sachsen/Sachsen-Anhalt. 2018 sollen beide Verbände, die bereits jetzt 300 Unternehmen mit 140 000 Beschäftigten vertreten, fusionieren.

Der Hauptsgeschäftsführer forderte von der Politik mehr Planungssicherheit für die Unternehmen. Gelder für Bauinvestitionen müssten stetig zur Verfügung gestellt werden und nicht nur sporadisch oder auf ein Mal wie im sogenannten Dezemberfieber. Damit soll verhindert werden, dass geplante Mittel im nächsten Jahr verfallen.

Laut Momberg leidet die Branche selbst unter zunehmendem Fachkräftemangel – und das bei vollen Auftragsbüchern. In den ersten drei Quartalen 2017 kletterten die Umsätze allein im Brandenburger Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Auftragseingänge um drei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

„Momentan klagt niemand, aber wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das zieht sich durch alle Gewerke“, so Momberg. Fachkräfte wie Bauingenieure seien rar, auch in Planungs- und Genehmigungsbehörden. Das fehlende Personal stelle sich für die Bauindustrie zunehmend als Engpass dar, betonte Momberg. „Wenn Planungen stocken, liegt es nicht an der Bauindustrie. Wir könnten sofort loslegen.“ In den Bauplanungsämtern der Kommunen säßen zu wenig ausgebildete Bauingenieure, Planer oder Architekten. „Es reicht nicht, mehr Leute in die Verwaltungen zu schicken. Es müssen die Richtigen sein.“ Brandenburgs Bauwirtschaft befürchtet seit längerem einen Kompetenzverlust in Behörden, weil durch den Personalabbau der vergangenen Jahre auch in der Landesverwaltung Fachleute abgebaut wurden, die Anträge zeitnah genehmigen und Entscheidungen treffen können. Allein im Landesbetrieb Straßenwesen, der den Straßenbau landesweit koordiniert, gehen in den nächsten Jahren rund 500 Mitarbeiter in den Ruhestand – darunter Fachleute, die nur schwer zu ersetzen sind.

Der Landesbetrieb soll nach Auskunft des Infrastrukturministeriums mehr Personal und mehr Geld bekommen. So seien die Mittel für Planungsvorbereitungen für dieses und nächstes Jahr um fünf Millionen Euro auf 33 Millionen Euro erhöht worden, teilte Sprecher Steffen Streu mit. Im Bereich Planung des Landesbetriebs wurden in diesem Jahr sieben Ingenieure neu eingestellt. Noch einmal sieben Stellen sollen Anfang 2018 besetzt werden.

Die rot-rote Landesregierung hatte, um besonders in den Bereichen Infrastruktur, Wirtschaftsentwicklung sowie Bildung und Sicherheit dringend benötigte Spezialisten zu gewinnen, einen jährlichen Einstellungskorridor von knapp 300 Stellen beschlossen.

Von Volkmar Krause und Igor Göldner

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