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Bauern: Wölfe fallen vermehrt Kälber an

Artenschutz Bauern: Wölfe fallen vermehrt Kälber an

Schafe sind eine leichte Beute für Wölfe in Brandenburg – 470 davon wurden davon seit 2007 gerissen. Doch nun greifen die Raubtiere immer wieder Rinder an und töten Kälber. Der Landesbauernverband fordert deshalb eine bessere finanzielle Unterstützung für Landwirte.

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Isegrimm, der graue Räuber.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Der Landesbauernverband beklagt, dass immer häufiger Rinder Opfer von Wolfsangriffen würden. „Vor diesem Hintergrund ist es inakzeptabel, dass es für notwendige Schutzmaßnahmen zur Abwehr von Wolfsübergriffen an Rinder- und Pferdekoppeln keine finanzielle Unterstützung seitens des Landes gibt“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Gerade die Weidehaltung von Rindern sei gefährdet durch die zunehmenden Angriffe der Raubtiere, heißt es in dem Schreiben des Verbandes – insbesondere Mutterkuhherden seien in Gefahr. Zudem seien Hobby-Tierhalter stark betroffen. Sie aber pflegten oft seltene Arten. Tatsächlich fielen seit 2010 immerhin 13 Kälber Wölfen zum Opfer.

Leichteste Beute von Wölfen sind Schafe: 470 von ihnen kamen seit dem Jahr 2007 um. Erst in der Nacht zum Dienstag hatte ein Wolf in einer kleinen Schafherde in Zempow, einem Ortsteil der Stadt Wittstock, mehrere Muttertiere und Lämmer getötet.

Michael Brinschwitz, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, sieht die Liebe zum Wolf lediglich in einer „Hochburg der Nichtbetroffenen“.

Unter dem Titel „Wer hat Angst vorm bösen Wolf“ wird es auch am 6. Mai von 12 bis 13 Uhr auf der Landwirtschaftsausstellung „Brala“ in Paaren/Glien um dieses Thema gehen. Dann soll vor allem das sogenannte Wolfsmanagement in den Fokus rücken.

„Seitdem vor Kurzem in meiner unmittelbaren Nachbarschaft mitten auf der Weide zwei Kälber gerissen wurden, mache ich mir Sorgen um den Schutz meiner Tiere,“ sagt Jens Schreinicke, Mutterkuhhalter aus Potsdam-Mittelmark.

Wolfattacken in letzter Zeit

In Zempow, Kreis Ostprignitz-Ruppin, hat Ende April ein Wolf mehrere Schafe gerissen. Zwei Muttertiere und zwei Lämmer wurden getötet

Mitte März hinterließen Wölfe in Brück (Potsdam-Mittelmark) blutige Spuren. Dort griffen sie Rinder und Schafe an und rissen zahlreiche Tiere.

Mitte Februar wurden ebenfalls im Kreis Potsdam-Mittelmark trächtige Muttertiere zum Opfer von Wölfen. Insgesamt sind fünf Muttertiere in einem Damwildgehege gerissen worden.

 

Wolfsschadensgutachter und Biologe Kay-Uwe Hartleb warnt vor Panikmache, sieht aber Defizite bei der finanziellen Unterstützung von Rinderhaltern: „Das Geld stammt aus kleinen Naturschutz-Töpfen, es müsste aber aus milliardenschweren Landwirtschaftssubventionen kommen.“ Meist seien tote Kälber auf ungenügend gesicherte Zäune zurückzuführen. So müssten die Barrieren 50 Zentimeter tief ins Erdreich eingegraben werden, denn Wölfe buddelten gern und gut. Man könne Herden wirkungsvoll schützen. Hartleb weist die Darstellung des Bauernverbands zurück, wonach auch Pferde vermehrt attackiert würden. Ihm sei nur ein – umstrittener – Fall aus den vergangenen Jahren bekannt.

Das Umweltministerium verweist darauf, dass schon heute Schadenersatz gezahlt werde. Hilfe nahe außerdem für Schafhalter. Im Rahmen einer gerade in Kraft getretenen Förderrichtlinie („Natürliches Erbe“) könnten diese den Kauf von Herdenschutzhunden fördern lassen. Die ersten Anträge seien bei der Investitionsbank (ILB) bereits eingegangen.

Von Ulrich Wangemann

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