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Bauern klagen: Öko lohnt sich nicht mehr

Erste Bio-Betriebe in Brandenburg wollen zurück zum konventionellen Anbau Bauern klagen: Öko lohnt sich nicht mehr

Die Brandenburger Bio-Bauern sind unter erheblichen wirtschaftlichem Druck geraten. Der Preisaufschlag für die Produkte ist längst „nicht mehr so groß, dass sich der Mehraufwand in jedem Fall rechnet“, sagte Holger Brantsch, Sprecher des Landesbauernverbands, der MAZ.

POTSDAM. Laut Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), ziehen die ersten Öko-Bauern bereits die Konsequenzen und prüfen die Rückkehr zur konventionellen Produktion.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beklagt, dass sich der Preisabstand zwischen Bio-Lebensmitteln und Produkten aus konventioneller Produktion zuletzt weiter verkleinert habe. Beim Rindfleisch betrage der Unterschied nur noch sechs Prozent, schätzt Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) ein. Nötig seien aber etwa 30 Prozent, damit die Hersteller über die Runden kommen.

Dabei wächst die Nachfrage nach Bio-Ware in Deutschland stetig. Laut Ökolebensmittel-Verband erreichte der Markt im vergangenen Jahr ein Volumen von mehr als sieben Milliarden Euro. Das ist ein Umsatzplus von sechs Prozent gegenüber 2011. Doch die steigende Nachfrage kann oft nur durch Importe gestillt werden – und die erhöhen den Druck auf die Preise einheimischer Erzeuger. Das führt zu der paradoxen Situation, dass der Markt zwar wächst, aber die hiesigen Landwirte davon nicht profitieren.

In Brandenburg wird die Branche auf absehbare Zeit keinen großen Zulauf erfahren. Denn es gibt keine Förderung für Neueinsteiger in die Bio-Produktion, betont Wimmer. Diese „staatlich verordnete Bewegungslosigkeit“ gebe es nur in Brandenburg, klagt der FÖL-Chef. Für ihn ist diese Situation „abstrus“.

Aus Sicht des Brandenburger Agrarministeriums gibt es gute Gründe für die Zurückhaltung im Fördergeschäft. Der Anteil der Bio-Äcker liege in der Mark bei knapp elf Prozent. Allein für die bestehenden Förderverträge gebe man jährlich mehr als 16 Millionen Euro aus, erklärt Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Bevor das Land neue Verpflichtungen eingehe, wolle man die Verhandlungen zum Agrarhaushalt der Europäischen Union abwarten. (Von Ute Sommer)

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