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Brandenburg Bauern warten noch immer auf Hilfe für Ernteausfälle
Brandenburg Bauern warten noch immer auf Hilfe für Ernteausfälle
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00:33 24.03.2018
Heftiger Regen überflutete im vergangenen Sommer nicht nur Straßen. Auch viele Felder waren über Wochen nicht befahrbar. Quelle: Julian Stähle
Seddin

Mehr als ein halbes Jahr nach den verheerenden Niederschlägen im Sommer 2017, die vielerorts Felder über Wochen überschwemmten und Ernten zerstörten, warten Brandenburgs Bauern noch immer auf Entschädigungszahlung.

170 Landwirte hätten die damals vom Land angekündigten Hilfen beantragt, bis heute sei aber noch kein Geld geflossen, sagte Bauernpräsident Henrik Wendorff am Mittwoch beim Landesbauerntag in Seddin (Potsdam-Mittelmark). „Die Landwirte haben die Hilfen beantragt, weil sie in ihrer Existenz gefährdet sind“, sagte er. „Das Land muss den Betrieben so schnell wie möglich helfen.“

Erst Frost, dann Starkregen

Im vergangenen Jahr brachten zunächst Spätfrostschäden im Frühjahr und heftige Niederschläge im Sommer die Landwirte in Bedrängnis. Einige Obstbauern beklagten einen Ernteeinbruch von 70 Prozent. Das Land hatte umgehend Hilfen für Witterungsbedingte Ernteausfälle angekündigt und dafür 20 Millionen Euro im Landeshaushalt reserviert.

Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde räumte ein, dass die Hilfen noch nicht geflossen seien. Sie verwies auf die hohen bürokratischen Anforderungen. Denn die Ausgleichszahlungen fallen unter das Beihilferecht und müssen EU-Vorgaben erfüllen. Bauern müssen etwa nachweisen, dass sie gegen die Unwetterschäden nicht versichert waren, weil der Abschluss einer Versicherung wirtschaftlich unzumutbar gewesen wäre.

„Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe ihr Geld bekommen“, sagte sie. Sie betonte, dass es sich aber nicht um ein Entschädigungsprogramm handele, sondern um Mittel, die Bauern vor dem Ruin retten sollen.

Bauern übergeben 10-Punkte-Katalog

Die Bauern übergaben einen Forderungskatalog mit zehn Punkten an Schilde, in dem sie unter anderem Unterstützung für eine bessere Vermarktung regionaler Produkte, den Schutz von Landwirtschaftsflächen und praktikable Lösungen im Umgang mit Wölfen und Bibern fordern.

Mit einiger Sorge blicken die Brandenburger Bauern derzeit nach Brüssel, weil die Agrarförderung der Europäischen Union umgebaut werden soll. Es könnte eine Kappungsgrenze eingeführt werden, wonach Höfe ab einer gewissen Größe keine weitere Förderung mehr bekommen.

EU-Agrarreform: Horrorszenario für den Osten?

Für Bauernpräsident Wendorff wäre das gerade für Ostdeutschland ein Horrorszenario, weil es hier viele Großbetriebe gebe. Eine Benachteiligung der heimischen Agrarstrukturen müssen in jedem Fall verhindert werden, forderte Wendorff. Andernfalls stünden Arbeitsplätze und die Wertschöpfung im ländlichen Raum auf dem Spiel.

Das befürchtet auch die Landesregierung. „Wir sind gegen eine Kappung der Agrarförderung, ganz klar“, sagte Carolin Schilde. „Diese Instrumente werden der Struktur der ostdeutschen Mehrfamilienbetriebe in keiner Weise gerecht.“ Sie würden vielmehr dazu führen, dass Agrarsubventionen von Ostdeutschland in Richtung Süden wandern, warnte sie.

Warten müssen Brandenburgs Bauern auch auf die Auszahlung der Agrarförderung für umweltgerechte Landwirtschaft. Schilde verwies auf technische Probleme bei der Umstellung auf eine neue Datenbank. „Wir müssen uns mit neuen Anforderungen der EU herumschlagen, da kommen wir nicht drum herum“, sagte sie. Sie kündigte die Zahlungen für Mai an.

Von Torsten Gellner

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