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Bauern wollen wieder Wolfswachen abhalten

Potsdam-Mittelmark Bauern wollen wieder Wolfswachen abhalten

In der Nacht von Freitag zu Samstag wollen Bauern wieder „Wolfswachen“ abhalten. Damit soll demonstriert werden, dass der Berufsstand solidarisch hinter den Weidetierhaltern steht. Der Landesjagdverband fordert nun eine offizielle Bejagung der Tiere.

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Bürger bei einer Wolfswache.
 

Quelle: Alexander Beckmann

Teltow. In der Nacht von Freitag zu Samstag wollen Brandenburgs Bauern wieder sogenannte Wolfswachen abhalten. Anlass seien europaweite Mahnfeuer „gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe“, kündigten Landesbauernverband und Bauernbund am Dienstag in Teltow gemeinsam an. Mit den „Wolfswachen“ solle demonstriert werden, dass der gesamte Berufsstand solidarisch hinter den Weidetierhaltern stehe.

Wolfsverordnung soll zügig verschoben werden

Beide Verbände fordern die bereits seit längerem angekündigte Wolfsverordnung im Land zügig zu verabschieden und die Möglichkeit, die Raubtiere unbürokratischer abschießen zu dürfen, wenn sie sich Weiden und Dörfern nähern. „Wir haben das Recht und die moralische Pflicht, unsere wehrlosen Tiere gegen Wolfsangriffe zu verteidigen“, betonten die Präsidenten von Landesbauernverband und Bauernbund, Henrik Wendorff und Marco Hintze.

Durch Wolfswachen sollen Weidetiere geschützt werden

Durch Wolfswachen sollen Weidetiere geschützt werden.

Quelle: ZB

Rund 800 Menschen waren an Mahnfeuern beteiligt

„Wolfswachen“ gibt es den Angaben zufolge unter anderem in Stücken, Gemeinde Michendorf, und in Leibsch, Gemeinde Unterspreewald. Weiter Mahnfeuer sind zudem in Libbenchen bei Seelow und in Birkholz bei Perleberg geplant. Anfang April hatten beide Verbände die ersten „Wolfswachen“ abgehalten. Rund 800 Menschen beteiligten sich damals an den Mahnfeuern, darunter auch Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Rund 35 Wolfsrudel unterwegs

Die brandenburgische Landesregierung geht aktuell davon aus, dass 35 Wolfsrudel in der Mark ansässig sind, davon sechs grenzüberschreitend mit Sachsen-Anhalt, zwei grenzüberschreitend mit Mecklenburg-Vorpommern und sechs grenzüberschreitend mit Sachsen. Insgesamt sollen mehr als 200 der Raubtiere in Brandenburg leben. Wolfsschützer entgegnen wiederholt, viele Weidetiere würden nicht von Wölfen sondern von Hunden gerissen.

Auf dem geschlossenen Truppenübungsplatz „Bombodrom“ in Brandenburg wurden vermehrt Wölfe gesichtet

Auf dem geschlossenen Truppenübungsplatz „Bombodrom“ in Brandenburg wurden vermehrt Wölfe gesichtet.

Quelle: © epd-bild / NABU / H. Pollin

Landesjagdverband will Tiere bejagen

Aus Sicht des Brandenburger Landesjagdverbandes müssen die Tiere ins Jagdrecht aufgenommen werden. Die Probleme drohen unbeherrschbar zu werden, betonte Matthias Schannwell, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, am Dienstag in einer Mitteilung. Der Wolfsbestand könne nur über eine ordnungsgemäße Jagd reguliert werden. Dafür müsse der Schutzstatus der Wölfe gesenkt werden und eine Jagdzeit festgelegt werden. Denn ohne Bejagung würden die Kosten zum Schutz der Herden weiter wachsen.

 

Von MAZonline

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