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Bauernbund: "Problemwölfe" notfalls töten

Brandenburg Bauernbund: "Problemwölfe" notfalls töten

Die Rückkehr der Wölfe nach Brandenburg ist gelungen – doch jetzt werden immer wieder Kälber und Schafe Opfer der Raubtiere. Der Bauernbund hält das Wolfsmanagement der Landesregierung für unzureichend und legt nun einen Forderungskatalog vor.

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Der Wolf hat sich wieder in Brandenburg angesiedelt. Das gefällt nicht allen.
 

Quelle: dpa

Groß Kreutz.  Brandenburger Landwirte fordern, zum Schutz ihrer Herden notfalls sogenannte Problemwölfe zu töten. „Wir brauchen einen aktiven Herdenschutz“, betonte der neue Wolfsbeauftragte des Brandenburger Bauernbundes, Frank Michelchen, am Donnerstag in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark).

Angesichts zunehmender Schäden durch Wolfsangriffe verlangen die Landwirte mehr Unterstützung vom Land. Allein die Risse von Kälbern hätten sich binnen Jahresfrist vervierfacht, sagte der Geschäftsführer des Brandenburger Bauernbundes, Reinhard Jung. Lediglich für diese 13 Tiere habe es Schadenersatz gegeben. „Die Dunkelziffer toter Tiere ist aber bedeutend höher“, sagte er.

Bauernbund fordert Wolfsverordnung

Es gehe aber nicht darum, Wölfe auszurotten, die immer mehr vom Aussterben bedroht seien. Aber ein Wolf, der weniger als 1000 Meter in die Nähe der Menschen komme, sei eindeutig ein „Problemwolf“.

Der Bauernbund, der vor allem kleinere Familienbetriebe vertritt, verlangte vom Agrarministerium eine Wolfsverordnung zum Schutz von Mensch und Tier.

Nach Angaben des Agrarministeriums wurden in diesem Jahr bereits 174 Nutztiere gerissen, 2015 waren es knapp 100. Seit 2007 wurden 430 Fälle begutachtet, wo der Verdacht auf Wolfsriss bestand. Bei gut der Hälfte konnte das bestätigt werden.

Von 2008 bis 2015 wurden nach den Angaben Fördermittel für Präventionsmaßnahmen in Höhe von knapp 600.000 Euro ausgezahlt. Für 2016 wurden bislang 235.000 Euro beantragt. Tierhalter erhielten für tote Tiere bis Anfang November rund 41.000 Euro. 2105 waren es rund 11.500, und 2014 etwa 9100 Euro.

Der Wolf lernt dazu

„Mit Zäunen und Hunden kommen wir nicht weiter“, betonte Marco Hintze, Vorstandsmitglied des Bauernbundes. „Der Wolf ist schlau und lernt dazu.“ In der Lausitz beispielsweise treibt seit geraumer Zeit ein Wolfsrudel sein Unwesen. Es hat offenbar gelernt, Zäune zu überspringen. Wegen der hohen Investitionen von rund 250 Millionen Euro sei es kaum möglich, Weiden flächendeckend wirklich wolfssicher zu schützen. „Das kann niemand bezahlen“, sagte Hintze.

Der Landesbauernverband, dem etwa 1400 Betriebe angehören, plant am kommenden Montag ein Gespräch mit betroffenen Weidetierhaltern. Thema ist die steigende Zahl von Übergriffen durch Wölfe.

Der Wolf war in Deutschland vor 150 Jahren ausgerottet worden. Heute leben hier wieder etwa 120 bis 130 Tiere. Derzeit gibt es Nachweise für 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere.

Hintergrund

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Von MAZonline

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