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Brandenburg „Betonkrebs“: Streit um Baustellen auf Autobahnen
Brandenburg „Betonkrebs“: Streit um Baustellen auf Autobahnen
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21:03 27.04.2018
Bauarbeiten zur Beseitigung des sogenannten Betonkrebses auf Autobahnen. Quelle: dpa
Potsdam

Die Bekämpfung von Betonkrebs-Schäden hat im Landtag zu einem heftigen Streit geführt. Die oppositionelle CDU warf der Landesregierung am Freitag vor, für ein miserables Baustellenmanagement verantwortlich zu sein. „Auf Autobahnen werden am Freitag Baustellen eingerichtet und da arbeitet bis Montag kein Mensch“, sagte der verkehrspolitische Sprecher Rainer Genilke. Das Straßennetz in Brandenburg werde seit Jahren „stiefmütterlich“ behandelt.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) wies die Kritik zurück. Das geplante Sanierungskonzept, für das 482 Millionen Euro zur Verfügung stünden, werde umgesetzt. „Wir wollen in den nächsten Jahren die großen Schäden beseitigen“, sagte sie. 250 Kilometer märkische Autobahn sind vom „Betonkrebs“ betroffen, eine aufwendige und teure Sanierung ist erforderlich. Für 130 Kilometer davon liegen gesicherte Erkenntnisse über Schäden vor, so Schneider. Weitere 120 Kilometer seien Verdachtsflächen, die näher untersucht werden müssten.

Die Baumaßnahmen müssten insgesamt beschleunigt werden, fordert CDU-Politiker Genilke. Auf Autobahnen in Brandenburg würde man kilometerlang auf Grund des Betonkrebses nur 80 Stundenkilometer fahren dürfen. Inzwischen gebe es Landesstraßen, da könne man schneller fahren. „Wir bekommen nicht nur keinen Flughafen fertig, sondern nicht einmal mehr die Autobahnen.“

Zur Frage von schnelleren Sanierungsfortschritten etwa durch Nacht- oder Sonntagsarbeit sei man in ständigen Gesprächen mit dem Bund, erwiderte Ministerin Schneider. Weil diese allerdings teuer seien, wolle der Bund dies bisher nur an Autobahnen finanzieren, die stärker befahren seien als die Trassen in Brandenburg. Eine Oberflächensanierung mit einer dünnen Decke, die schnell aufgebracht werden könne, sei angesichts der massiven Schäden keine Lösung.

Die SPD-Abgeordnete Kerstin Kircheis sagte, wenn es auf den Autobahnen bei der Beseitigung der Schäden schneller gehen soll, müsse der Bund mehr Mittel zur Verfügung stellen. Schon Anfang der 1990er-Jahre habe es Hinweise gegeben, dass die Betonmischung nicht haltbar sein werde. Der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) habe aber den Weg zu blühenden Landschaften schnell ebnen wollen – „zu schnell“, fügte sie hinzu. Der Linken-Abgeordnete Andreas Bernig meinte, Experten aus der DDR hätten frühzeitig auf die Risiken hingewiesen, doch auf die habe kurz nach der Wende niemand hören wollen.

Ein Antrag der CDU, der auf eine Beschleunigung der Arbeiten an den Autobahnen abzielt, wurde von der rot-roten Koalition abgelehnt.

AKR-Schäden

Als „Betonkrebs“ wird die sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion bezeichnet, ein chemischer Vorgang, der – ausgelöst durch unverträgliche Zuschlagstoffe insbesondere bei der Sanierung der Ost-Autobahnen nach der Wende – die Pisten bröckeln lässt.

Betroffene Pisten können nur mit Tempolimit befahren werden. Deshalb gilt auf Teilen der Autobahnen A 2, A 10, A 13 strikt 80 km/h.

Von Igor Göldner

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