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Behinderten Jungen versteckt und missbraucht

54-Jähriger vor Gericht Behinderten Jungen versteckt und missbraucht

Ein 52-jähriger Taxi-Fahrer soll einen geistig behinderten Jungen wochenlang bei sich in der Wohnung in der Lübbenauer Neustadt gefangen gehalten und dort sexuell missbraucht haben. Am Dienstag beginnt der Prozess – zum wiederholten Mal. Die Anklage wirft ihm schwere Vergehen vor

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Das Landgericht in Cottbus.

Quelle: Patrick Pleu

Potsdam/ Cottbus. Wochen lang suchte die Polizei im Spreewald nach einem geistig behinderten 14-Jährigen. Zweimal waren die Ermittler im Sommer 2014 auch in einer Wohnung eines Lübbenauers - und gingen wieder. Dann stellte sich heraus: Der Mann soll den Jugendlichen die ganze Zeit über bei sich versteckt und sexuell missbraucht haben. Am Dienstagvormittag beginnt der Prozess gegen den 54-Jährigen vor dem Landgericht Cottbus.

Es ist bereits die zweite Hauptverhandlung: Der ursprüngliche Prozess platzte im Mai wegen einer längerfristigen Erkrankung eines Richters. Zum damaligen Prozessauftakt im Januar hatte der Angeklagte zugegeben, den Jugendlichen seit Ende 2013 mehrmals missbraucht zu haben. Zudem sagte er aus, dass er den Jugendlichen im Sommer 2014 wochenlang bei sich versteckt hielt.

Nie in der Schule angekommen

Der 14-Jährige war damals von der Wohnung seiner Eltern in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) aufgebrochen, aber nicht in seiner Förderschule angekommen. Stattdessen wurde er rund vier Wochen in der Wohnung des Angeklagten versteckt und sexuell missbraucht. „Er wollte zu mir“, sagte der heute 54-Jährige gegenüber den Ermittlern.

In einem Hohlraum versteckt

Die Polizei begann damals sofort nach dem geistig Behinderten zu suchen, nachdem er die Wohnung seiner Eltern in der Spreewaldstadt verlassen und nicht in seiner Förderschule angekommen war. Die Ermittler kamen bei der Suche auch zweimal bei dem Mann vorbei. Damals habe sich der Jugendliche in einem Hohlraum hinter einem Eckschrank im Schlafzimmer versteckt, sagt der Angeklagte. Die Beamten gingen zunächst wieder, bis die Suche nach fast vier Wochen im Juli 2014 endete.

Kennengelernt hatte der Angeklagte den behinderten Jugendlichen über seine Tochter, wie er im ersten Prozess geschildert hatte. Der Junge sei in die Wohnung gekommen, um Computer zu spielen.

Das Entsetzen in Lübbenau war groß.

Das Landgericht hat bislang Verhandlungstermine bis November geplant.

Schwere Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lübbenauer (Oberspreewald-Lausitz) zudem vor, den Jugendlichen bereits seit Mitte 2013 immer wieder sexuell missbraucht zu haben.

Insgesamt werden dem Mann neben Kindesentziehung 152 Fälle sexuellen Missbrauchs vorgeworfen. Zudem soll er 2012 auch seinen damaligen Pflegesohn missbraucht haben.

Von MAZonline

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