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Bei Baumaterialien droht ein Engpass

Streik der IG BAU Bei Baumaterialien droht ein Engpass

Die IG BAU hat in Ostdeutschland zu Streiks im festgefahrenen Tarifkonflikt aufgerufen. 4,8 Prozent Lohnerhöhung im ersten, 4,2 Prozent sind im zweiten Jahr gefordert. Damit soll das Ost-West-Lohngefälle von 16 Prozent angeglichen werden. Weil die Arbeitgeber viel weniger bieten, wird die Arbeit niedergelegt – voraussichtlich auch in Brandenburg.

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Werden Großbaustellen bald stillstehen? In der ostdeutschen Baustoffindustrie wird gestreikt. Es droht ein Materialengpass.

Quelle: dpa

Oebisfelde-Weferlingen. Die Zeichen im Tarifkonflikt der ostdeutschen Baustoffindustrie stehen auf Streik. Den Auftakt haben am Montag die Beschäftigten eines Steinbruchs in Oebisfelde-Weferlingen (Sachsen-Anhalt) gemacht. Sie legten einen Tag ihre Arbeit in dem Schichtbetrieb nieder, erklärte Thomas Waldheim von der IG Bau.

Unternehmen in Brandenburg werden ebenfalls bestreikt, lenken die Arbeitgeber nicht ein. „Wir können den Zeitraum auf Ende November, spätestens Anfang Dezember in Brandenburg eingrenzen“, sagte Brandenburgs zuständiger Streikleiter Ulf Kleipödzius von der IG Bau. Betroffen sei unter anderem ein Unternehmen, das Kies an Großbaustellen in ganz Deutschland liefert.

Ost-West-Lohngefälle liegt bei 16 Prozent

In den seit Monaten währenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern möchte die IG Bau das Ost-West-Lohngefälle von 16 Prozent verringern und fordern eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent im ersten und 4,2 Prozent im zweiten Jahr. „Nach 28 Jahren ist eine Lohnmauer in den Köpfen der Arbeitgeber nicht mehr auszuhalten. Denn das hat mit Anerkennung und Wertschätzung der Arbeitsleistung ostdeutscher Arbeitnehmer nichts zu tun“, erklärte Carsten Burckhardt vom IG Bau-Bundesvorstand. Anlass dazu gibt das Angebot der Arbeitgeber, das mit 3,5 und 3 Prozent laut Angaben der Gewerkschaft weit hinter den Forderungen zurückblieb. Die Streikbereitschaft sei entsprechend groß. „In den Betrieben herrscht eine Mischung aus Enttäuschung und Wut“, sagt Thomas Waldheim.

Branche boomt durch volle Bücher der Bauunternehmen

Insgesamt sind in der boomenden Branche in allen fünf neuen Bundesländern laut Gewerkschaft rund 3500 Menschen beschäftigt. Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass die Streiks insbesondere hinsichtlich vieler Großbaustellen und voller Auftragsbücher aller Bauunternehmen erheblich Einfluss auf die Bauwirtschaft haben werden. Ein Engpass an Baumaterialien in den Branchen der Sand-, Kies- und Mörtelherstellung, aber auch die Naturstein- und Transportbeton-Industrie, sei kaum vermeidbar.

Von Christin Iffert

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