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Brandenburg Alt-Flughafen Schönefeld soll bleiben
Brandenburg Alt-Flughafen Schönefeld soll bleiben
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10:34 13.02.2014
Quelle: dpa
Schönefeld

Dieter Faulenbach da Costa konnte es sich nicht verkneifen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter reklamierte er am Mittwoch die Urheberschaft an der neuesten Idee des umtriebigen Flughafenchefs Hartmut Mehdorn. Und in der Tat: Bereits im November 2012 empfahl der freiberufliche Flughafenplaner aus Offenbach, den noch aus DDR-Zeiten stammenden Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) offen zu lassen – als Entlastung für den neuen Nachbarairport BER. „Herr Mehdorn kopiert meine Idee“, sagte Faulenbach am Mittwoch der MAZ. „Das ist gut. Das nimmt den Druck der Passagierzahlen.“

Hartmut Mehdorn will den alten Flughafen Schönefeld nicht wie geplant mit der BER-Eröffnung schließen, sondern auf unbestimmte Zeit am Netz lassen. „Das ist eine Option, die wir prüfen“, bestätigte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Der kleine Flughafen könnte das Billigflieger-Segment bedienen. Niedrigpreis-Linien wie Easy Jet sind dort bereits etabliert. Mehr Flugverkehr würde das nicht bedeuten. Die Passagierzahl wird auf zwei Airports verteilt.

Es ist eine Kehrtwende. Lange hatten Flughafengesellschaft und Aufsichtsrat Kritik an Kapazitätsengpässen, wie sie auch Faulenbach da Costa geübt hatte, zurückgewiesen. Inzwischen ist klar: Wenn der BER 2015 oder 2016 ans Netz geht, wird es eng. Er ist in der ersten Ausbaustufe für 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Vergangenes Jahr flogen schon 26,3 Millionen Menschen von Tegel und Schönfeld – Tendenz steigend.

Rückblickend hat Mehdorn den Aufsichtsrat früh auf seine Idee eines zweiten Flughafens vorbereitet: Kaum im Amt, hatte er vergangenes Jahr im März die Idee aufgeworfen, Tegel am Netz zu lassen. Beim Aufsichtsrat konnte er damit aber nicht landen. Also brachte er wiederholt die Gefahr von Kapazitätsproblemen am neuen Flughafen ins Spiel. Das modulare Architekturkonzept des BER sieht zwar Erweiterungen durch Satellitenbauten vor. Sie sind aber teuer und bergen die Gefahr neuer Baupannen. Der Weiterbetrieb von Schönefeld-Alt wäre die deutlich günstigere Alternative.

Im Aufsichtsrat stößt Mehdorn mit seiner Idee durchaus auf Sympathie. Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) sagte, es sei „richtig, sich auf das so nicht vorhersehbare außergewöhnliche Wachstum des Flugverkehrs in der Region strategisch und konzeptionell einzustellen. Da hat die jetzt ins Spiel gebrachte Option bei allen noch offenen Fragen durchaus positive Aspekte“.

Auch wirtschaftlich mache die Lösung Sinn, sagt Dieter Faulenbach da Costa, der immer wieder Fehlplanungen rund um den BER beklagt hatte. Bei zwei Airports könne man die Gebühren für die Premium-Airlines und Billigflieger spreizen: hohe Gebühren am BER, niedrigere Entgelte in Schönefeld-Alt. Nachzulesen ist das alles in seinem Gutachten, das er vor anderthalb Jahren für die CDU-Fraktion angefertigt hatte. Die SPD bezeichnete das Papier damals als „Satire vom Feinsten“.

Von Torsten Gellner

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