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Brandenburg Berlin: Mordanschlag möglicherweise Racheakt
Brandenburg Berlin: Mordanschlag möglicherweise Racheakt
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12:36 16.03.2016
Gezielter Mordanschlag: Ein Mann starb, als die Autobombe explodierte. Quelle: AFP
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Berlin

Der Mordanschlag mit einer Autobombe in Berlin könnte ein Racheakt innerhalb der Organisierten Kriminalität gewesen sein. Es gebe verschiedene Hinweise aus dem Umfeld des Getöteten, die nun gebündelt werden müssten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch.

Ein 43-Jähriger war am Dienstagmorgen während einer Autofahrt in Charlottenburg bei einer Explosion getötet worden. Der Vorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, sagte im ZDF-Morgenmagazin, es heiße, das Opfer habe zuvor bei der Polizei ausgesagt sei „deswegen abgestraft“ worden.

Der Ermittlungsbehörde zufolge war der 43-Jährige wegen Drogen- und Falschgelddelikten sowie illegalen Glücksspiels bei der Polizei bekannt. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass der Mann vor einiger Zeit im Ausland wegen eines Drogendelikts inhaftiert gewesen sei.

Untersuchungen im Umfeld des Opfers

Am Mittwoch begannen Ermittler Vernehmungen von Menschen aus dem Umfeld des Opfers und Zeugen des Vorfalls. In dessen Wohnung wurde Steltner zufolge nichts gefunden, „was uns substanziell weiterbringen würde“. Offen war auch, ob der Angriff möglicherweise den Falschen getroffen hat - der Getötete war nicht der Halter des Wagens. Einen terroristischen oder rechtsextremistischen Hintergrund schließen die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit aus.

Mit Anschlag sollte „Zeichen“ gesetzt werden

Nach Ansicht eines Polizeigewerkschafters wurde bewusst die Öffentlichkeit gesucht. „Sie wollten damit ein Zeichen setzen“, sagte Norbert Cioma, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft der Polizei (GdP), am Mittwoch im Inforadio des RBB. Die Ermittler würden nun das Umfeld des Opfers prüfen und befragen.

Cioma sagte, er sei sicher, dass es dabei Hinweise auf die dahinter stehende Gruppe geben werde. Der Hauptkommissar beim Landeskriminalamt sagte, es könnten Großfamilien sein oder Rocker oder die russische Mafia.

Die Polizeigewerkschaft glaubt, die Täter hätten gezielt die Öffentlichkeit gesucht, um ein Zeichen zu setzen. Viele Medienvertreter waren am Tatort, um über den Anschlag zu berichten. Quelle: dpa

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hat unterdessen eine verstärkte Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Berlin gefordert. „Eine Autobombe mitten im Berufsverkehr zu zünden - das ist eine neue Qualität“, sagte Schreiber der „Berliner Morgenpost“. Schreiber forderte einen effizienteren Einsatz der Polizei: Es sei unklug, seit einem Dreivierteljahr Polizisten im Görlitzer Park Kleindealern hinterherjagen zu lassen.

„Wir müssen die illegalen Geldströme kappen“

Schreiber: „Wir brauchen die Einsatzhundertschaften und die Bereitschaftspolizei im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.“ Es fehle auch an sehenden Augen vor Ort, verdeckten Ermittlern und Observationskräften, und: „Wir müssen die illegalen Geldströme kappen.“

Ein Sprengmeister untersuchte, ob ein weiterer Sprengsatz am Auto angebracht sein könnte. Quelle: dpa

Am Dienstagmorgen war der 43-jährige Mann mit krimineller Vergangenheit durch eine unter seinem Auto angebrachte Bombe getötet worden. Sie explodierte mitten im Berufsverkehr in der Bismarckstraße an der Deutschen Oper. Die achtspurige Bismarckstraße war nach Explosion am frühen Morgen bis zum Nachmittag komplett gesperrt. Die Spurensicherung arbeitete dort und die Polizei setzte auch eine Drohne ein, um Fotos aus der Luft zu machen.

Von MAZonline und dpa

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