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Robbie Williams knutscht eine Potsdamerin

Robbie Williams inszeniert eine perfekte Revue-Show Robbie Williams knutscht eine Potsdamerin

Alle Frauen hassen sie jetzt, doch Shirley macht's nichts aus. Sie lässt sich an die Hand nehmen, knutschen und schließlich vom größten Entertainer der Welt heiraten. Ausgerechnet eine Potsdamerin hat sich Robbie Williams beim ersten seiner beiden Konzerte in Berlin am Mittwoch und Donnerstag für eine Show-Hochzeit ausgesucht. Ein Konzertbericht.

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Auf seiner Tour hat Robbie Williams bereits in Rio Halt gemacht (Foto: Archivbild). Am Mittwoch und Donnerstag performte er in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Ein paar Minuten lang ist Shirley nicht nur die am meisten beneidete Frau in der Arena am Ostbahnhof, sie ist auch Bestandteil der perfektesten Revueshow, die die Stadt seit Jahren erlebt hat.

Robbie Williams hat sich mit Selbstironie und Souveränität den Entertainment-Thron zurückerobert. Nach Drogen-, Sex- und Fressexzessen richtete er sich mit dem Album „Swings both ways“ wieder dort ein, wo er sich einst am wohlsten fühlte – im Swing. In Frack und Lackschuhen beweist er sich als noch immer unerreicht charmanter Zeremonienmeister. Einer, den man glatt von der Bühne wegheiraten will, so wie bei seiner spaßigen Hochzeitsshow mit Shirley. Die eigenen und adaptierten Big-Band-Nummern bieten das perfekte Korsett für den gereiften Robbie. Seine Stimme kann zwar gegen Frank Sinatra nicht anstinken, sein Charme aber übertrifft das ganze „Ratpack“.

"Euer Arsch gehört mir"

Nachdem der purpurfarbene Vorhang gefallen ist, tänzelt Robbie mit elegantem Gehstock über die Bühne und stellt klar: „Für die nächsten drei Stunden gehört euer Arsch mir“. Gesagt, getan – auch auf den obersten Sitzplätzen der vollen Zuschauerränge swingen die Zuschauer im Stehen. Tänzer im Matrosenoutfit, ständige Kostümwechsel, ein Kinderchor und dann auch noch Konfettiregen – man hat das Gefühl in der Baz-Luhrmann-Verfilmung von „Der große Gatsby“ zu sein. Der Unterschied: Robbie Williams sticht Leonardo Di Caprio als Hauptdarsteller locker aus.

Wohlwissend der Speckreserven, die jahrelange Kartoffelchips-Orgien hinterlassen haben, tut Robbie erst gar nicht, als sei er das Sexsymbol von einst. Und genau deshalb ist er es trotzdem. Charme schlägt Schlankheit. Bei „No one likes a fat Popstar“, dem ziemlich früh gespielten operettenartigen Songmonstrum vom aktuellen Album, treibt er die Selbstironie auf die Spitze. Der Vorhang ist geschlossen. Aus einer Spalte lugt der Superstar hervor. Seile, die an seinem Rücken befestigt sind, ziehen ihn in Richtung Hallendecke. Als der Vorhang fällt und seine Sängerinnen den Refrain schmettern, entpuppt sich der in der Luft baumelnde Robbie mit gepolstertem XXL-Anzug als der fette Popstar, der auch im Song beschrieben wird.

Wen heiratet Robbie wohl beim zweiten Konzert in Berlin?

In der zweiten Hälfte des Abends mischt Robbie alte Hits, wie „Rock DJ“ und „Angels“ ins Programm. Stadionrock und Bigband-Sound vermählen sich und münden in purem Bombast. Bei „Candy“ dirigiert der Meister die hüpfende Meute und kommt dabei selbst wie ein Lausejunge rüber. Der Abend, der sich wie ein Kurztrip nach Las Vegas anfühlt, endet mit einem Titel, der auch Motto der Show gewesen ist: „Sensational“. Konfetti regnet auf den Boden, was neben all der Begeisterung bleibt, ist nur eine Frage: Wen heiratet Robbie wohl am nächsten Tag?

Von Maurice Wojach

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