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Berlin-Südkreuz: Los, scanne mich

Automatische Gesichtserkennung Berlin-Südkreuz: Los, scanne mich

Das Projekt ist stark umstritten: Mit Kameras will die Polizei den Berliner Bahnhof Südkreuz beobachten und die Gesichter der Menschen mit „intelligenter Videotechnik“ automatisch erkennen. 300 Teilnehmer haben gemeldet. Vielleicht auch, weil es im Testraum Preise zu gewinnen gibt für den, der am häufigsten durch einen bestimmten Bereich läuft und sich dabei filmen lässt.

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Im Auge des Betrachters: Videoüberwachung. In Berlin testet die Bundespolizei nun ein Verfahren zur automatischen Gesichtserkennung

Quelle: dpa

Berlin. Rund 300 Menschen wollen am Test zur automatischen Gesichtserkennung durch Videotechnik im Bahnhof Südkreuz teilnehmen. Bereits am Donnerstagabend, nach nur vier Tagen Suche, war die Marke von 275 gesuchten Teilnehmern erreicht. Das teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Man sei „äußert zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte ein Sprecher. Im Lauf des Freitags konnten sich weitere Interessenten melden.

Das Testprojekt der Bundespolizei zur Gesichtserkennung mit Überwachungskameras und Computern soll am 1. August beginnen und sechs Monate dauern. Die Testpersonen sollten vor allem Pendler sein, die regelmäßig, am besten täglich im Bahnhof unterwegs sind. Von den Menschen wurden Fotos gemacht und die sonstigen Daten registriert. Ein bestimmter Bereich im Bahnhof wird dann mit Kameras gefilmt. Die Polizei will so feststellen, wie zuverlässig die Kameras und Computer die Testpersonen anhand der gespeicherten Fotos erkennen.

Kurios mutet der Aufruf der Bundespolizei an, mit dem sie zuvor Freiwillige für die Testphase suchte. Im Wortlaut heißt es da: „Wer am häufigsten durch die markierten Kamerabereiche läuft, hat die Chance, neben einem Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro einen von drei attraktiven Hauptpreisen zu gewinnen.“

Mit diesem Bild bebildert die Berliner Polizei ihren Testlauf zur Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz, der im August startet

Mit diesem Bild bebildert die Berliner Polizei ihren Testlauf zur Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz, der im August startet.

Quelle: Polizei

Beteiligt an dem Probelauf sind neben der Bundespolizei das Bundesinnenministerium, die Deutsche Bahn und das Bundeskriminalamt. Den Polizeibehörden geht es darum, die technischen Möglichkeiten der Gesichtserkennung unter realen Bedingungen auszuloten.

Das Vorhaben ist umstritten. Datenschützer und Politiker sind besorgt, weil die Überwachungsmöglichkeiten des Staates durch eine automatische Gesichtserkennung ausgeweitet würden. Im Twitter-Kanal der Bundespolizei Berlin gab es entsprechende Kritik. Ein Nutzer schrieb: „A’la #Einstein die Dummheit des Menschen ist grenzenlos“, ein anderer meinte: „Über 275 Idioten die helfen die totale Überwachung auszubauen. Applaus ...“

Von Andreas Rabenstein

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