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Berlin schaut bei Rasern „tatenlos zu“

Nach tödlichem Autorennen in Berlin Berlin schaut bei Rasern „tatenlos zu“

Von der Straße auf die Anklagebank: Den beiden Männern, die sich in der Nacht zu Montag in Berlin ein illegales Autorennen lieferten, drohen Strafprozesse wegen fahrlässiger Tötung. Denn während die „Rennfahrer“ verletzt davonkamen, musste ein Unbeteiligter sein Leben lassen. Der schwere Unfall hat die Diskussion um härtere Strafen für Raser neu entfacht.

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Ein Unbeteiligter starb bei dem illegalen Autorennen in der Nacht zu Montag in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Nach dem illegalen Autorennen in Berlin ermittelt die Polizei weiter die genauen Umstände des Unfalls, bei dem ein unbeteiligter Autofahrer ums Leben kam. Es geht den Ermittlern unter anderem um die hohen Geschwindigkeiten der beiden Sportwagen und um den genauen Verlauf des tödlichen Zusammenstoßes.

Ob die beiden Raser im Alter von 26 und 24 Jahre noch am Dienstag befragt werden sollten, war zunächst noch unklar, wie es bei der Polizei hieß. Die Verletzungen der Männer seien aber nicht so schwer, dass eine Befragung nicht möglich wäre.

Todesfahrer werden angeklagt

Die beiden Männer hatten nach dem Unfall in der Nacht zu Montag selbst aus ihren zerstörten Autos aussteigen können. Ihnen droht ein Strafprozess und eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung.

Einer der Raser hatte auf einer Kreuzung der Tauentzienstraße, der Verlängerung des Kudamms zwischen Gedächtniskirche und KaDeWe, den Wagen eines Unbeteiligten gerammt. Der 69-Jährige starb noch um Unglücksort.

Berliner Todesfahrer sind polizeibekannt >

Mit 200 km/h durch Berlin?

Nach Zeitungsberichten blieb der Tacho eines der beiden Sportwagen bei 200 Stundenkilometern stehen. Ob das die tatsächliche Geschwindigkeit beim Unfall zeigt oder ob der Tacho durch den Aufprall verstellt wurde, müssen die Ermittler herausfinden.

Gedenken an den Getöteten

Am Dienstagabend (18.30 Uhr) sollte an der Unfallstelle des Getöteten gedacht werden. Eine Initiative von Fahrradfahrern rief zu einem sogenannten Sit-In in der Tauentzienstraße auf.

Rad-Initiative fordert konsequente Strafverfolgung

Die Initiative «Volksentscheid Fahrrad», die für einen Ausbau der Rad-Infrastruktur in Berlin eintritt, verlangte eine konsequentere Verfolgung von Rasern. «Illegale Autorennen sind auf dem Tauentzien und dem Kurfürstendamm seit langem bekannt, Innensenator Frank Henkel (CDU), Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsident Klaus Kandt schauen offenbar tatenlos zu», kritisierte Heinrich Strößenreuther von der Initiative. «Radarkontrollen können mörderische Rennen verhindern, indem sie Täter erfassen und abschrecken. (...) Aber nur die konsequente Strafverfolgung kann auf Dauer weitere Opfer verhindern.»

Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ulrich Lange (CSU), verlangte «mehr Sensibilisierung und Aufklärung», eine «konsequenten Ahndung von Raserei» und «ein klares Signal der Abschreckung».

Jugendstrafen für Todesfahrer in Köln

In Köln, wo 2015 drei Menschen bei illegalen Autorennen starben, wurden im Januar zwei junge Männer wegen eines ähnlichen Unfalls verurteilt. Die beiden Freunde im Alter von 20 Jahren hatten in der Innenstadt ein Rennen veranstaltet. Einer überfuhr mit 115 Stundenkilometern eine rote Ampel und rammte ein Taxi. Ein Fahrgast starb. Das Amtsgericht verurteilte die Fahrer wegen fahrlässiger Tötung zu Jugendstrafen von 16 und 12 Monaten auf Bewährung. Frühestens in einem Jahr kann bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung überprüft werden, ob sie ihren Führerschein zurückbekommen.

Die beiden Berliner Fahrer sind polizeibekannt und fallen nicht mehr unter das Jugendstrafrecht. Das könnte in einem Prozess zu einer härteren Strafe führen.

Von dpa

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