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Kreuzberg stellt Antrag für Kiffer-Laden

Umstrittene Drogenpolitik Kreuzberg stellt Antrag für Kiffer-Laden

Es könnte eine Premiere in Deutschland werden. Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stellt am Freitag einen Antrag für zwei Coffee-Shops. Dort sollen legal Haschisch und Marihuana verkauft werden. Das Recht auf Rausch soll aber nicht für alle gelten. Denn für den Joint-Verkauf gibt es bestimmte Regeln.

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In Kreuzberg könnte Cannabis bald legal in Coffee-Shops verkauft werden.

Quelle: dpa

Berlin. Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg reicht an diesem Freitag seinen lange diskutierten Antrag für zwei Cannabis-Verkaufsstellen ein. Das 25 Seiten umfassende Papier geht an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn, das genehmigen oder ablehnen kann. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) wird den Antrag am Freitag um 10.30 Uhr öffentlich unterschreiben.

Pro Einkauf gibt es maximal 10 Gramm – nur für Kreuzberger

In den Verkaufsstellen sollen Haschisch und Marihuana staatlich kontrolliert an registrierte Konsumenten aus dem Bezirk verkauft werden können. Alle Erwachsenen, die im Bezirk leben und gemeldet sind, sollen dort kaufen können. Pro Einkauf sollen zehn Gramm Cannabis in Ein-Gramm-Tüten gekauft werden können. Der Preis soll bei zehn bis elf Euro pro Gramm liegen, was in etwa dem Preis bei den Drogenhändlern entspricht. Das Cannabis könnte in der Umgebung von Berlin angebaut werden, sagte Langenbach.

Ziel ist es unter anderem, den kriminellen Drogenhandel einzudämmen. Außerdem gehe es um die Anerkennung der Tatsache, dass der Kampf der Justiz gegen das Haschisch- und Marihuanarauchen gescheitert sei, sagte Langenbach. Staatlich regulierter Verkauf sei auch besser für den Jugendschutz.

Antrag könnte Vorbild-Charakter haben

An dem Antrag wurde seit längerem gearbeitet. Am Freitag will der Bezirk ihn ins Internet stellen. Sollte er genehmigt werden, könnten andere Kommunen nachziehen, sagte Langenbach.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, das dem Bundesgesundheitsministerium angegliedert ist, hat drei Monate Zeit für eine Bewertung. Normalerweise erteilt das Institut Ausnahmegenehmigungen für Patienten mit chronischen Schmerzen, die Cannabis als Medikament nehmen wollen.

Dass eine eher politisch und polizeilich motivierte, größere Abgabe, wie in Kreuzberg geplant, erlaubt wird, halten viele Experten für unwahrscheinlich.

„Kontrolliere Fachgeschäfte“

Die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg verfolgen schon seit einigen Jahren das Ziel, diese sogenannten Coffeeshops als „kontrollierte Fachgeschäfte“, wie Herrmann mal sagte, einzurichten. Marihuana-Schwaden steigen schon jetzt besonders im Sommer über Parks und Cafés auf. In den vergangenen Jahren nahm aber der Aufmarsch der Dealer, die zu Dutzenden den Görlitzer Park und die umliegenden Straßen bevölkern, massiv zu. Weil die streng links orientierten Grünen in Kreuzberg früher ungern auf die Hilfe der Polizei setzten, kam ihnen die Idee mit dem Coffeeshop. Teile der SPD unterstützen sie.

Derzeit ist der Besitz und Verkauf von Cannabis gesetzlich verboten. Allerdings gibt es bei kleineren Mengen Marihuana keine Verfolgung durch die Staatsanwälte. In Berlin stellt die Justiz jedes Verfahren unter der Schwelle von 10 Gramm automatisch ein. Zwischen 10 und 15 Gramm kann das Verfahren eingestellt werden.

Von MAZonline

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