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Berliner Flughäfen: Am Freitag wird gestreikt

Tegel und Schönefeld Berliner Flughäfen: Am Freitag wird gestreikt

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wird am Freitag gestreikt. Nach Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi werden die 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals zum Betriebsbeginn die Arbeit niederlegen. Fluggäste müssen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen.

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Es wird zu massiven Verspätungen und Flugausfällen kommen.

Quelle: Saskia Kirf

Berlin. Passagiere an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld müssen am Freitag mit starken Verspätungen und Flugausfällen rechnen: Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals zu einem Streik aufgerufen. Das teilte sie am Donnerstagmorgen mit. Der Ausstand soll am Freitagmorgen gegen vier Uhr beginnen und am Samstagmorgen gegen fünf Uhr enden.

Aus Rücksicht auf die betroffenen Fluggäste kündigt Verdi den Streik deutlich früher an als ursprünglich geplant.

Die Mitarbeiter des Bodenpersonals stehen hatten bereits Anfang Februar gestreikt

Die Mitarbeiter des Bodenpersonals stehen hatten bereits Anfang Februar gestreikt.

Quelle: dpa

Verdi fordert einen Euro mehr pro Stunde

Hintergrund ist der Tarifkonflikt für die rund 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals. In einer Urabstimmung hatten sich die Gewerkschaftsmitglieder in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Einen Termin gab es zunächst jedoch nicht.

“Leider ist ein Streik unausweichlich geworden, weil die Arbeitgeberseite bislang immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat und eine Einigung auf dem Verhandlungsweg derzeit nicht möglich zu sein scheint“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten einen Euro mehr pro Stunde bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Bislang verdienen sie durchschnittlich elf Euro. Die Arbeitgeber hatten am Dienstag eine Gehaltserhöhung um acht Prozent über drei Jahre angeboten, allerdings wies die Gewerkschaft dieses Angebot umgehend zurück.

Diese Rechte haben Flugreisende beim Streik

Ersatzbeförderung bei Verspätungen, Geld zurück bei Flugausfällen: Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug nur um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch definitiv aus oder verspätet sich um mehr als fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibt es das Geld zurück.

Fluggesellschaft muss Reisende versorgen: Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere nach EU-Recht Anspruch auf Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder - bei einer Pauschalreise - vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Kein Recht auf Entschädigung: Nach aktueller BGH-Rechtsprechung liegt im Fall eines Streiks höhere Gewalt vor. Das bedeutet: Reisenden steht keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder sich mehr als drei Stunden verspätet. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

Preisminderung bei Pauschalreisen: Verpassen Pauschalreisende durch den Streik wertvolle Urlaubszeit, dürfen sie den Reisepreis mindern. Denn der Veranstalter muss seine Leistungspflichten erfüllen. Sitzt ein Kunde zwei Tage am Flughafen fest, kommt das Unternehmen dieser Pflicht nicht nach. Bei Kurzreisen kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und sein Geld zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.

„Die ganze Welt blickt auf Berlin“

Die Bodenverkehrsdienstleister nannten den Streik am Donnerstag “verantwortungslos“, weil er eine Lösung des Konflikts in weite Ferne rücke. “Wir haben unser Möglichstes getan, um einen Streik abzuwenden. Sowohl mit der Höhe des Angebots als auch mit der Laufzeit sind wir der Gewerkschaft weit entgegengekommen“, erklärte ein Sprecher.

Auch die Fluggesellschaft Air Berlin als größter Kunde der Berliner Flughäfen zeigte kein Verständnis für die angekündigten Arbeitsniederlegungen während der Reisemesse ITB. “Die ganze Welt blickt auf Berlin. Da ist dieser Streik überflüssig“, sagte Sprecher Ralf Kunkel.

Von MAZonline

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