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Berlins „Al Capone“ wieder auf freiem Fuß

Bordell „Artemis“ Berlins „Al Capone“ wieder auf freiem Fuß

Mit einer Großrazzia waren Polizei und Staatsanwaltschaft im April gegen die Chefs in dem Großbordell „Artemis“ in Berlin vorgegangen. Voraus gingen lange Ermittlungen. Die Ergebnisse wurden stolz auf einer Pressekonferenz präsentiert. Nun muss die Staatsanwaltschaft eine herbe Schlappe hinnehmen.

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Einsatzkräfte von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll durchsuchten am 13.04.2016 ein Groß-Bordell in der Nähe des Funkturms in Berlin Charlottenburg.

Quelle: dpa

Berlin. Die Betreiber des Berliner Bordells „Artemis“ sind aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Haftbefehle gegen die beiden Männer wurden am Freitag aufgehoben, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani sagte.

Kein dringender Tatverdacht mehr

Für die Vorwürfe der Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern gebe es nach Einschätzung des Kammergerichts zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen keinen dringenden Tatverdacht mehr. Damit muss die Staatsanwaltschaft eine deutliche Niederlage hinnehmen. Ermittelt werde aber weiter, hieß es.

900 Beamte durchsuchen das „Artemis“

Das Großbordell war am 14. April von einem Großaufgebot von 900 Polizisten, Zollfahndern und Staatsanwälten durchsucht worden. Danach hatte die Staatsanwaltschaft von direkten Verbindungen zur organisierten Rocker-Kriminalität, Ausbeutung von Prostituierten und Gewaltanwendung im „Artemis“ gesprochen. Den Betreibern wurde vorgeworfen, 17,5 Millionen Euro Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Der damalige Berliner Oberstaatsanwalt Andreas Behm zog einen Vergleich mit dem Gangster Al Capone im Chicago der 20er-Jahre.

Prostituierte selbstständig oder abhängig?

Das Kammergericht hielt es nun für zweifelhaft, ob ein Arbeitsverhältnis zwischen den Betreibern und den Prostituierten zustande gekommen sei. Die Betreiber hatten immer behauptet, dass die Frauen freiwillig und als selbstständige Prostituierte in dem Bordell arbeiteten. Die Staatsanwaltschaft war hingegen von einem abhängigen Arbeitsverhältnis ausgegangen. Drei Frauen, sogenannte Hausdamen in dem Bordell, sitzen wegen des Vorwurfs der Beihilfe noch in der Untersuchungshaft, aber auch hier würde die Sachlage jetzt geprüft, so die Sprecherin.

Das untergeordnete Landgericht hatte bereits festgestellt, dass es keinen dringenden Verdacht für die Vorwürfe des Menschenhandels und der Verbindung zur organisierten Kriminalität gebe.

„Artemis“-Anwälte drohen der Staatsanwaltschaft

Die Rechtsanwälte der „Artemis“-Betreiber machten der Staatsanwaltschaft nun schwere Vorwürfe. Äußerungen der Ankläger „dürften den Straftatbestand der Verleumdung erfüllen“, teilten die Anwälte am Freitag mit. „Man könnte meinen, dass auch politische Ziele hinter dem brachialen Vorgehen gegen das Artemis stehen.“ In Wirklichkeit sei das „Artemis“ „sicher, sauber“ und ein von Prostituierten bevorzugter Arbeitsplatz.

Von dpa

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